By 3. September 2015 Read More →

Börsenkredite liefern klares Warnsignal

Als Leser dieses Newsletters sollten Sie den 24. August schadlos überstanden bzw. auch ordentlich davon profitiert haben. Nun läuft die Gegenbewegung nach oben. Aus technischer Sicht haben wir es jedoch so gut wie sicher mit dem Beginn einer größeren Trendwende zu tun.

Endlich, endlich hat die NYSE (New York Stock Exchange) am Donnerstag die Juli-Daten zur Nachfrage nach Börsenkrediten durch institutionelle Anleger veröffentlicht.

Mit einem Rückgang von 504,975 Mio. US$ im Juni auf 487,354 Mio. US$ im Juli fiel der Rückgang relativ deutlich aus. Wenn Sie diesen kostenlosen Newsletter schon ein wenig länger lesen, dann wissen Sie, dass ich die „Margin Debt“ für einen perfekten Indikator für die Wall Street halte, die ihrerseits nun einmal der Taktgeber der Weltbörsen ist. Wie perfekt die Nachfrage nach Börsenkrediten mit der Wall Street korreliert, sehen Sie ja im Chart: Alle markanten Abwärtswenden der Margin Debt signalisierten auch Abwärtswenden an der Wall Street, bei den ausschlaggebenden Tiefs war die Trefferquote nicht minder beeindruckend. Die Chance, dass wir jetzt gerade wieder am Beginn eines gewaltigen Drehs nach unten sind, beziffere ich nach diesem Chart bei 9 : 1.

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Da die Börsen nach dem Kursrutsch nun erst einmal wieder auf Erholungskurs gingen, lohnt der Blick auf die Charts.

Beim S&P 500 sehen wir im Wochen-Candlestickchart einen sgn. Hammer. Diese Formation ist potentiell bullish. Und dieses „potentiell“ bedeutet, dass der Hammer erst dann nach oben weist, wenn der Schlusskurs der kommenden Woche über dem gestrigen Schlusskurs liegt. Tut er das nicht, ist die bullishe Perspektive neutralisiert.

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Da die Federal Reserve m. E. jetzt aber geradezu zwanghaft nach Gründen suchen dürfte, die evtl. am 17. September anstehende Zinserhöhung nach hinten zu verschieben oder besser gleich ganz ausfallen zu lassen, würden mich neue Hiobsbotschaften (welcher Art auch immer) innerhalb der nächsten Tage alles andere als überraschen.

Im DAX stellt sich die charttechnische Ausgangslage weniger positiv dar. Der Kurs konnte sich zwar auch hier deutlich von den Wochentiefs lösen, verhungerte dann aber nur wenig oberhalb des Vorwochenschlussstandes. Ein „Hammer“ wie beim Dow Jones ist hier nicht entstanden. Und auch beim Momentum-Indikator zeigte sich bis jetzt keinerlei Stabilisierung. Das heißt:

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Der 18. September dürfte zum nächsten Tag der Nagelprobe werden. Denn dann findet an den Options- und Futuresmärkten der dritte große Verfalltermin dieses Jahres statt. Und der dürfte diesmal besonders spannend sein. Denn sollte die Federal Reserve zuvor wider Erwarten die Leitzinsen nach oben setzen, dürfte der Markt verschnupft reagieren. Tut sie es nicht, besteht die Gefahr, dass die Anleger sich um den Zustand der amerikanischen Wirtschaft zu sorgen beginnen, von der sie zwar wissen könnten, dass all die positiven Daten vornehmlich statistischer Schönheitschirurgie zu verdanken sind, das aber nicht wissen wollen.

Shanghai Composite: Risiko bleibt hoch

Auch wenn die Medien nun mehrheitlich für China einen Beschwichtigungsmarathon gestartet haben, bleibt die charttechnische Situation weiter brisant. Die bei 3.400 CNY liegende Unterstützung wurde mit einer Abwärtslücke (gap) nach unten durchbrochen, die vom Wochentief ausgehende Erholung kam bis jetzt bei weitem nicht an diese nun widerstandswirksame Marke heran. Ich meine:

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Die sowohl in Shanghai als auch an der Wall Street und den europäischen Märkten, aber auch bei Rohöl und dem Rogers Commodity-Index festzustellende Erholung steht auf dünnem Eis. Noch sind keine Hinweise auf die Wiederaufnahme der Abwärtsbewegung dingfest zu machen. Kommen Sie, werde ich erneut den Put-Einstieg empfehlen.

Viel Erfolg und beste Grüße

Axel Retz

 

 

 

 

 

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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