By 28. April 2014 Read More →

DAX-Chartanalyse: Entscheidung noch im Mai

Seit Monaten dümpelt der DAX lustlos seitwärts, dass Interesse an den Märkten lässt deutlich nach. Doch schon recht bald könnte wieder wesentlich mehr Schwung in diese Kurse kommen. Bleiben Sie wachsam.

Stundenanalyse:

Von wegen politische Börsen haben kurze Beine. Die seit Wochen schwelende Krise in der Ukraine schwebt nach wie vor wie ein Damoklesschwert über den Märkten und dürfte auch weiterhin wesentlich die Kurse beeinflussen. Konjunktur- und Unternehmenszahlen rücken in der Hintergrund. Lediglich in dieser Woche könnte der Fokus etwas mehr auf die Wirtschaftsdaten gelenkt werden. Denn mit der Fed-Zinsentscheidung am Mittwoch und den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag stehen wieder einmal die beiden wichtigsten Ereignisse im Terminkalender.

Bleiben größere Überraschungen aus, dürfte sich die Schaukelbörse fortsetzen. Auch wenn der DAX zum Ende der vergangenen Woche etwas unter Druck kam, trat der Markt auf Wochensicht mit minus 0,09 Prozent auf der Stelle. Dies verdankte der DAX aber vor allem der guten Entwicklung seiner Indexschwergewichte. Bayer, BASF und Allianz zählten mit Kursgewinnen von 1,9 bis 2,3 Prozent zu den stärksten Werten auf Wochensicht. In der Gesamtbetrachtung fällt die Bilanz hingegen deutlich negativer aus, denn 17 der 30 Papiere verzeichneten Verluste. SAP, Commerzbank und BMW finden sich  auf den Abstiegsrängen ein. 10 Blue Chips notieren derzeit über ihrer 21-Tage-Linie, dies entspricht einer Quote von rund 33 Prozent. Der Markt ist auf Basis dieses einfachen aber zuletzt sehr zuverlässigen Indikators somit nicht überverkauft. Erst wenn sich nur noch fünf bis 15 Prozent der Aktien über ihrem kurzfristigen Durchschnitt behaupten, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erholung. An den Terminmärkten bleibt die Nervosität weiterhin hoch, der VDAX New bewegt sich bei knapp 19 Punkten. Bereits seit November kann eine Serie von steigenden Tiefpunkte identifiziert werden, offenbar werden die Marktakteure immer nervöser. Eine größere Bewegung wäre nicht mehr überraschend. Beachten Sie auch die sich eintrübenden Signale des Chartanalysen-Online Trend-Indikators sowie die Schwächesignale beim S&P 500.

Die Aussichten für den DAX sind vorerst aber noch unverändert: Wir bewegen uns in einer breiten Schiebezone zwischen 8950 bis 9720. Solange sich daran nichts ändert, sollte der Markt eher von der Seitenlinie aus verfolgt werden. Kursbewegungen innerhalb der Spanne erfolgen gerade vor dem Hintergrund der Krise in der Ukraine teilweise vollkommen willkürlich. Allerdings wird es schon recht bald zu einer ersten Vorentscheidung aus charttechnischer Sicht kommen – s. Tagesanalyse.

Kurzfristig auf Stundenbasis bestätigte der DAX am vergangenen Freitag mit sehr viel Mühe die wichtige Unterstützung um 9370 bis 9400. Solange dieser Zone hält, haben die Bullen einen kleinen Vorteil. Allerdings bleiben die Avancen auf der Oberseite limitiert. Hürden liegen um 9550 und 9650. Ob die richtungsweisende 9720 noch angelaufen werden kann, muss aktuell sehr bezweifelt werden.

Durchbricht der DAX die 9370, droht ein Abverkauf mit Ziel 9165 / 9200.

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Tagesanalyse:

Bald fallen die Würfel

Die volatile Seitwärtsbewegung des DAX seit November vergangenen Jahres geht allmählich in ihre entscheidende Phase. Im Tageschart der vergangenen Monate spitzt sich die Situation für den Deutschen Aktienindex zu. Während die Käufer seit Februar am Kursbereich um 9700 bereits mehrfach scheiterten, hielt bisher die untere Begrenzung des Aufwärtskanals jedem Angriff der Verkäufer Stand.

In den kommenden Wochen wird aber eine der beiden Marken brechen. Denn die südliche Extremzone der Range steigt immer weiter an und verläuft Ende Mai bereits im Bereich um 9600. Entweder kommt es zum Trendbruch und der DAX liefert ein Schwächesignal, oder der Deckel auf der Oberseite wird gelüftet.

Im negativen Fall dürften sich zügig weitere kurzfristig ausgerichtete Anleger aus dem Markt verabschieden und den Abwärtsdruck verschärfen. Eine schnelle Korrektur bis mindestens an die mittelfristig richtungsweisende Unterstützung mit der 200-Tage-Linie um 8950 / 9000 wäre zu erwarten.

Erfolgt hingegen der Sprung über die 9700, stellt das Rekordhoch nur eine psychologische Hürde dar. Fünfstellige Kurse dürften nur eine Frage der Zeit sein.

Welches Szenario wahrscheinlicher ist, lässt sich derzeit noch nicht seriös beantworten. Das nach wie vor bestehende Verkaufssignal im MACD auf Wochenbasis deutet aber eher auf die bearische Alternative.

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Wochenanalyse:

8150 oder 10.300

Im langfristigen Wochenchart zeigt sich ebenfalls bereits deutlich die seit rund fünf Monaten anhaltende Konsolidierungsbewegung. Nachdem der DAX zu Jahresbeginn eine seit Anfang 2012 bestehende obere Aufwärtstrendlinie (dunkelgrün) vergeblich anlief, kam es zuletzt aufgrund der Seitwärtsbewegung zu mehreren Test der südlichen Begrenzung (hellgrün). Bisher nutzten Schnäppchenjäger die Rücksetzer zum Einstieg und bestätigten somit den übergeordneten Aufwärtsimpuls. Je geringer allerdings die anschließenden Erholungen ausfallen und je öfter der DAX die untere Aufwärtstrendlinie testet, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen Trendbruch. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden nicht mehr genügend Käufer an der Seitenlinie stehen und für eine Stabilisierung sorgen. Zugleich geben die bereits investierten Anleger irgendwann auf und veräußern wieder ihre Positionen, wenn sich das bullische Szenario nicht einstellt.

Sollte es zu einem Trendbruch kommen, stellt die 200-Tage-Linie zusammen mit der horizontalen Unterstützung um 9000 eine letzte wichtige Bastion dar. Erst wenn diese Zone nachhaltig unterschritten wird, trüben sich die Aussichten deutlich ein. Die Kursbewegungen des DAX in den vergangenen fünf Monaten oberhalb von 9000 wären dann als eine Top-Formation einzustufen, deren Höhe auf ein Korrekturpotential bis rund 8150 deuten würde. Exakt auf diesem Niveau liegen auch die Umkehrbewegungen aus 2000 und 2007 (s. auch Monatsanalyse).

Noch ist aber das entscheidende Verkaufssignal nicht gegeben. Bis dahin bleibt eine Fortsetzung des Hausseimpulses wahrscheinlicher. Für ein klares mittelfristiges Kaufsignal sollte der DAX aber mindestens über das Rekordhoch von 9800 ansteigen. Im positiven Fall lässt die dunkelgrüne Trendlinie Platz bis rund 10.300.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 (rote Linie).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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