By 17. August 2015 Read More →

Barrick Gold und der Goldminen-Sektor – überraschendes Signal

Da die Märkte überverkauft sind, ist eine Gegenbewegung nun wahrscheinlich. Längerfristig hat sich das Bild aber eingetrübt, ein „Todeskreuz“ hat sich gebildet, da die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von oben überkreuzt hat. Eine positive Entwicklung bahnt sich dafür im Goldminensektor an.

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

kurz bevor die Sommerhitze uns Anleger endgültig mürbe gemacht hat, steigt die Spannung an den Märkten sprunghaft und von Langeweile kann keine Rede mehr sein. Nachdem die europäischen Indizes nach der Einigung auf ein „Rettungspaket“ für Griechenland am Montag noch sehr freundlich tendierten, war der Glanz am Dienstag schon dahin. Mit der dritten „einmaligen“ Abwertung des chinesischen Yuan zum US-Dollar wird immer deutlicher, dass die globale Konjunktur nicht von der Griechenlandkrise, sondern von der Abkühlung des Wirtschaftswachstums in China bedroht ist. Kein Wunder, dass es international den DAX am heftigsten getroffen hat, ist doch China mittlerweile unser zweitwichtigster Exportmarkt nach den USA.

Wegen der starken Verflechtung der Weltwirtschaft haben die „einmaligen“ Aktionen der chinesischen Notenbank international große Verunsicherung ausgelöst. Immerhin steigt jetzt die Gefahr, dass eine weitere Runde im Abwertungswettlauf der wichtigsten Handelswährungen eingeleitet wird, an dessen Ende es nur Verlierer geben kann. Darüber hinaus steigt die Unsicherheit der Investoren, da Unklarheit besteht, ob weitere „einmalige“ Aktionen der chinesischen Notenbank folgen werden, die den plötzlichen Wettbewerbsnachteil der westlichen Exporteure noch verschärfen würden. Unglücklicherweise fällt diese neue Unsicherheit nicht nur in die stets schwierige, da umsatzarme Sommerzeit, sondern fördert auch noch die Nervosität, ob und wann die US-Notenbank FED die Zinsen erhöhen wird. Aber wer weiß, vielleicht wird wegen der Abwertung des Yuan am Ende die US-Zinsanhebung mal wieder verschoben – was die Bullen enorm motivieren würde.

Größere Sorgen als die Abwertung des Yuan macht mir persönlich die höchstwahrscheinlich stärker als bisher erwartete Abkühlung der chinesischen Wirtschaft. Diese ist meiner Meinung nach auch der Grund für die tiefen Bremsspuren in den internationalen Charts.

Todeskreuz im Dow Jones und in wichtigen Sektoren

In den USA haben wir zuletzt interessante Handelstage erlebt, da praktisch alle Sektoren und Indizes sehr schwach eröffneten, sich dann aber erholten und sehr lange und positive Hammer-Formationen bildeten. Möglicherweise war dies bereits ein Zeichen dafür, dass die Märkte zu schnell gefallen und daher überverkauft sind. Trotz dieses positiven Aspektes, der jetzt eine Gegenreaktion sehr wahrscheinlich macht, hat sich im Dow-Jones und anderen wichtigen Indizes ein potenziell sehr negatives Muster gebildet: ein Todeskreuz. Davon spricht man, wenn nach einem längeren Aufwärtstrend die gleitende 50- Tage- Linie von oben kommend die noch wichtigere 200- Tage- Linie überschneidet. Die Gefahr eines Trendwechsels ist nun relativ hoch – aber natürlich nicht zwangsläufig.

Im folgenden Chart habe ich für Sie die Überkreuzung der beiden Durchschnittslinien eingezeichnet.

Gut ist auch im oberen Bereich der falsche und in der Folge sehr negative Ausbruch bei 18.300 Punkten zu erkennen, ebenfalls die Folge der tieferen Hochs und Tiefs. Für das Lager der Bullen Allerdings spricht die gestrige positive Hammer-Formation, die zunächst die untere Trend- Begrenzung durchschlagen, dann diese aber wieder nach oben verlassen hat. Die Relevanz der Gerade wurde also bestätigt und ein noch schärferer Ausverkauf abgelehnt.

Trotz der beschriebenen mittelfristigen Eintrübung der US- Börse ist eine zumindest kurzfristige Kurserholung nicht unwahrscheinlich. Denn mittlerweile ist nicht nur die Markttechnik überverkauft, sondern auch ein wichtiger Indikator des inneren Marktes, der die Relation der Aktien zählt, die unterhalb ihrer wichtigen 50- Tage- Linie handelt. Dieser Indikator befindet sich mittlerweile in der unteren überverkauften Zone und übt sich an einer Bodenbildung. Auch dies deutet auf eine mindestens kurzfristige Kurserholung.

Goldminensektor mit Kaufsignal

Ich wage es nach dem jahrelangen Ausverkauf bei den Goldminen kaum zu erwähnen, aber derzeit sind die Chancen für einen Rebound mal wieder gut. Vielleicht liegt das ja nur am schwachen US-Dollar in den vergangenen Tagen – aber der P & F Chart deutet an, dass mehr dahinter stecken könnte.

Im Augenblick und nach dem brutalen Ausverkauf der vergangenen Wochen wird der Sektor von der Nachfrage gelenkt. Es hat sich seit dem April (Ziffer 4) erstmals wieder ein Kaufsignal gebildet, welches Sie daran erkennen, dass die aktuelle X-Spalte die vorhergehende überragt. Da wir uns weit unterhalb der negativen Widerstandsgeraden befinden, bleibt der Abwärtstrend natürlich intakt. Bisher geht es in erster Linie um einen Rücktest des Widerstandsniveaus bei etwa 150 Punkten. Da Märkte dazu neigen, wie von einem Gummiband gezogen einen Gleichgewichtszustand zu erreichen, besteht jetzt eine gute Chance für eine ordentliche „Bärenmarkt-Rallye“ im Sektor der Goldminen. Dafür spricht übrigens auch die Eigenart der P & F Charts. Auch hier ist es nämlich üblich, dass die Kurse immer wieder gerne die jeweiligen Trendgeraden rücktesten. Ganz davon abgesehen ist der Sektor natürlich auch extrem überverkauft, vor allem im Sinne der Bullish Percent-Theorie. Zu Beginn der Woche handelte keine einzige Aktie des Sektors mehr auf einem Kaufsignal der P & F Technik und der entsprechende Bullish-Percent Indikator notierte exakt auf „Null“. Nun aber strömt Kapital in den Sektor (bzw. es werden Leerverkäufe gedeckt) und der Indikator wandert wieder nach oben.

Noch ist diese Entwicklung schwach ausgeprägt, aber es könnte ein Umdenken einsetzen oder zumindest eine objektive Chance für eine Bärenmarkt-Rallye vorliegen.

DAX berührt interessantes Niveau im P & F Chart

Wie oben erwähnt, hat sich gestern an der US- Börse eine sehr lange und positive Hammerformation gebildet. Dies ist umso interessanter, da der DAX gestern fast punktgenau die 200- Tage- Linie und außerdem eine interessante Unterstützung der P & F Technik getestet hat.

Hier sehen Sie, wie der DAX am vergangenen Dienstag von oben kommend die Unterstützung der Widerstandsgerade durchbrochen hat, was natürlich negativ ist. Sehr gründlich hat der Deutsche Index dann gestern seine Talfahrt fortgesetzt, sich aber punktgenau auf eine kleinere im Juli gebildete Unterstützungsgrade gesetzt und diese dadurch bestätigt. Damit steigen die Chancen, dass die Umgebung von 10.750 Punkten in den kommenden Tagen nicht mehr unterschritten wird. Dies wiederum würde darauf deuten, dass trotz der verschiedenen Unsicherheiten kein neuer Abwärtstrend eingeleitet wird und wir uns vielmehr weiterhin in der bekannten Seitwärts-Range zwischen etwa 10.800 und 12.000 Punkten bewegen. Möglicherweise wird das Thema des von der chinesischen Notenbank eingeleiteten Abwertungswettlaufs doch nichts so heiß gegessen. Denn immerhin produzieren viele deutsche und andere ausländische Unternehmen wichtige Einzelteile in China für Ihre Exportgüter. Dies verringert die Auswirkung der Abwertung auf die Margen der ausländischen Firmen. Unverändert bliebe aber natürlich der Preisdruck auf alle Rohstoffe, die wir aus China importieren, zum Beispiel Rohstahl.

Bitte beachten Sie auch mein Gratis-E-Book zur Theorie der P & F Charts auf meiner Web-Seite.

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit ihren Investitionen und schöne Sommertage.

Mit herzlichen Grüßen Ihr Klaus Buhl

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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