By 4. Oktober 2013 Read More →

Die Aussichten für die Welt-Leitbörse

Der DAX spielt natürlich für die meisten Kleinanleger die größte Rolle, entsprechend umfangreich ist auch das Angebot der Emittenten an Derivaten. Wohin die Reise geht, entscheidet sich aber nicht in Frankfurt.

 

Die Richtung wird nach wie vor von der Wall Street vorgegeben. Kurzfristig können sich einzelne Indizes in Europa durchaus etwas dynamischer auf- oder abwärts entwickeln. Gerade in der übergeordneten, mittel- bis langfristigen Sicht entwickelt sich aber kein heimisches Aktienbarometer gegen die Tendenz des US-Leitindex S&P 500. Wer also den Kursverlauf des amerikanischen Aktienbarometers im Auge behält, kann sich so durchaus einen Vorsprung im DAX-Trading erarbeiten.

Seit Jahresbeginn zeigen die wichtigsten US-Indizes zum Teil eine deutliche Outperformance gegenüber DAX & Co. Vor allem im Frühsommer war der Unterschied wegen der wieder verstärkt in den Vordergrund rückenden europäischen Schuldenkrise recht groß. Im Chart sehen Sie in folgender Reihenfolge einige wichtige Indizes abgetragen: TecDAX, Nasdaq Composite, S&P 500, DAX und DAX-Kursindex.  Vor allem Technologiewerte trumpfen seit einigen Wochen mit relativer Stärke auf, während die Leitindizes etwas zurückfallen. Zudem scheint sich  aktuell das Blatt ein wenig zu wenden. Seit Mitte September behauptet sich der DAX in luftiger Höhe, während der SP& den Rückwärtsgang einlegte.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Wenig Platz nach oben…

Schauen wir uns den Chart an. Seit Anfang 2009 läuft der Index in einem rund 350 Punkte breiten Aufwärtskanal, wobei die Oberkante der Range in der jüngeren Vergangenheit mehrfach vergeblich angelaufen wurde. Dennoch, die Tatsache, dass sich der Index meist in den nördlichen Regionen aufhielt, spricht für eine robuste, gesunde Nachfrage und Optimismus. Zugleich stellt die Oberkante aber auch eine starke Barriere da, die weitere Avancen der Bullen verhindert. Trotz der seit dem Frühjahr in Serie ausgebildeten neuen Rekordhochs ist der Index somit nach oben hin gedeckelt.

Innerhalb des erwähnten Aufwärtskanals verläuft eine noch steilere Range, grün gestrichelt. Im Mai wurde der Bereich nach oben hin durchbrochen, zwei Monate später exakt bestätigt und Mitte September deutlich verfehlt. Ein erstes Schwächesignal.

Blicken wir somit auf die Unterseite, und hier wird es spannend. Derzeit hält sich der S&P mit Mühe über der horizontalen Unterstützung um 1680, die von der 55-Tage-Linie verstärkt wird. Knapp darunter, bei 1660 verläuft die Unterkante des steileren Aufwärtskanals sowie der 100-Tage-Durchschnitt. Vor allem die Signallinie gilt es zu beachten, denn Mitte Juni und Ende August erwies sich jeder Test als gute Kaufgelegenheit. Fällt der Index aber deutlich unter 1650 per Tagesschluss zurück, wäre dies ein weiteres negatives Zeichen und würde Verluste bis an das August-Tief (23,6 Prozent Fibonacci-Retracement) bei 1630 erwarten lassen. Für langfristige Investoren wesentlich wichtiger ist aber erst das Niveau um 1555 bis 1575. Hier liegen die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007. Erst wenn die Abgaben auch dann noch dominant bleiben, steigt die Gefahr eines großen Umkehrsignals, zumal in diesem Szenario auch die 200-Tage-Linie bei 1595 Punkten nachhaltig unterschritten wäre. Die Indikatoren deuten eher auf das Bärenlager. Der MACD bestätigt bereits seit Mai nicht mehr die neuen Hochpunkte im Index (multiple negative Divergenz), zugleich drehte der geglättete Stochastik-Indikator DSS Bressert kürzlich auf „Verkaufen“.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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…und viel Luft nach unten

Bitte beachten Sie aber auch, dass ausgehend vom aktuellen Niveau selbst eine Korrektur von rund 16 Prozent durchaus noch vertretbar wäre und nichts an der übergeordneten Trendrichtung ändern würde. Denn die untere Begrenzung des Kanals verläuft bei gut 1400 Punkten.

Stabilisiert sich der Index hingegen über der 100-Tage-Linie, liegt die erste Hürde am August-Hoch bei 1710 Punkten. Darüber müsste das Rekordhoch bei 1729 abgearbeitet werden, ehe erneut die obere Begrenzung des Kanals  (1760) als Ziel in Reichweite rückt – rund fünf Prozent über dem aktuellen Niveau. Ein Einstieg drängt sich somit nicht auf. Erst wenn der Markt nach oben hin ausbrechen sollte, und somit eine Trendbeschleunigung zeigen würde, ändert sich die Ausgangslage grundlegend.

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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