By 20. Dezember 2012 Read More →

Apple geht mit Todeskreuz in das kommende Jahr

Vor wenigen Tagen bildete sich im Apple-Chart ein deutlich bearisches Signal aus. In der Vergangenheit kam es bereits zu ähnlichen Entwicklungen, die nun für die künftige Kursprognose genutzt werden können. Welche Marken gilt es zu beachten?

 

 

Die Apple-Aktie steht bei den heimischen Anlegern nach wie vor hoch im Kurs. Ein Grund: Ausgehend vom Allzeithoch Mitte September bei 700 Dollar gibt es den Techwert aktuell rund 25 Prozent günstiger. Kein Wunder, dass die Papiere mit zu den beliebtesten ausländischen Aktien in Deutschland zählten. Doch lohnt sich auch aus charttechnischer Sicht der Einstieg?

 

 

Für den kurz- bis mittelfristigen Zeithorizont lohnt sich der Blick auf die Kursentwicklung in den vergangenen drei Monaten. Der Abverkauf stoppte Mitte November knapp über 500 Dollar, wobei die ausgebildete Kerze in Form eines Hammers (kleiner Kerzenkörper mit langer Lunte) sowie der anschließende positive Handelstag deutlich auf eine Gegenbewegung deutete. Bis Monatsende kletterte der Wert auf knapp 600 Dollar, konnte die runde Marke und damit auch die nur noch leicht steigende 200-Tage-Linie nicht überwinden. Ein Zeichen von Schwäche, die kurzfristige Investoren zum Ausstieg veranlasste und die Aktie erneut bis auf 500 Dollar drückte. In den vergangenen zwei Tagen kam es zu einer Rückkehrbewegung bis an einen wichtigen langfristigen Aufwärtstrend, der nun von unten angelaufen wurde.

Mit Kursen von 526 Dollar steht die Aktie unmittelbar vor einer wichtigen Richtungsentscheidung. Sollte Apple wieder über den Aufwärtstrend steigen, der bis Jahresende auf rund 540 Dollar anzieht, wäre dies natürlich bullisch zu werten und eröffnet die Chance auf Ausbildung eines Doppel-Boden. Noch ist es viel zu früh, auf diese Chartformation zu handeln. Erst mit einem Tagesschluss oberhalb der Zwischenerholung von 595 Dollar wäre das Muster regelkonform abgeschlossen. Bis dahin muss die Aktie aber noch einige Hürden meistern: Widerstände liegen bei 546 Dollar und in Form der fallenden 50-Tage-Linie bei aktuell 578 Dollar. Bei 593 Dollar und 600 Dollar lauern zudem mit einer möglichen Abwärtstrendlinie und dem 200-Tage-Durchschnitt zwei weitere Brocken. Ein gutes Kaufsignal liegt somit erst ab rund 610 Dollar vor. Wer so lange nicht warten will, kann auf Risiko setzen und mit einer ersten Position einsteigen. Der Stopp sollte dann aber knapp unter das jüngste Tief platziert werden.

 

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Ein Todeskreuz und seine Folgen

Denn die Bullen sind aktuell auf dünnem Eis unterwegs. So rauschte vor wenigen Tagen die fallende 50-Tage-Linie von oben kommend unter die bei langfristigen Investoren viel beachtete 200-Tage-Linie und generierte ein sog. Todeskreuz. Die recht dramatische Bezeichnung war in der Vergangenheit durchaus ein Vorbote von deutlichen Korrekturen, aber eben nicht immer. Im Chart sind alle Todeskreuze seit 2000 eingezeichnet. Neben kräftigen Rücksetzern von 50 Prozent wie 2008/2009 kam es im Anschluss an das Signal auch zu lediglich kurzen Korrekturen. Da sich Apple übergeordnet nach wie vor in einem Aufwärtstrend befindet, bietet sich der Vergleich mit dem Sommer 2006 an. Die Aktie korrigierte um rund 41 Prozent vom zuvor erreichten Top und startete bei 50 Dollar wieder durch. Bezogen auf das 700er-Rekordhoch wären somit Verluste bis 410 Dollar zu erwarten. Knapp über diesem Niveau verläuft derzeit ein seit 2003 bestehender Aufwärtstrend, der zuletzt 2009 mehrfach angelaufen wurde. Insgesamt ein gutes Kursziel für eine bearische Projektion. Insbesondere wenn der Tagesschluss unter 495 Dollar liegt, dürfte die Marke – mit Zwischenstopp bei 467 Dollar – angelaufen werden. Bezogen auf das sehr träge Todeskreuz gab es aber auch Kursentwicklungen, die auch eine schnelle Erholung rechtfertigen. Im März 2008 wurde das Signal nahezu exakt auf dem Tief der Bewegung ausgebildet.

 

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Fazit: Apple-Aktionäre sollten sich von dem Todeskreuz allein nicht in die Irre führen lassen. Das Signal hat zweifellos eine bearische Signalwirkung, aufgrund der Trägheit bis zu Ausbildung ist es aus Timing-Gründen aber nur schlecht zu gebrauchen. Mittelfristig entscheidend ist, ob die Aktie die 600er-Marke zurückerobern kann und somit auch der Übergang der 200-Tage-Linie von einer Seitwärts- in eine Abwärtsbewegung verhindert wird.




Posted in: Aktien

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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