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Hilfreiche Unterstützung – Signale der Markttechnik

Neben der reinen Charttechnik, bei der vor allem die Analyse des Kursverlaufs im Mittelpunkt steht, bietet die Technische Analyse noch eine weitere, sehr wichtige Disziplin: die Markttechnik oder Indikatorenanalyse. Die Berechnung der Indikatoren dient der Bestimmung der Kraft und Richtung einer laufenden Kursbewegung und kann als Ergänzung zur Charttechnik ebenfalls Kauf- und Verkaufssignale generieren.

John J. Murphy (s. Literaturempfehlung) begründet den Einsatz von Indikatoren, „um das subjektive Element zu reduzieren oder gar komplett zu eliminieren und damit einen mehr wissenschaftlicheren Ansatz zu verfolgen“. Im Unterschied zur Charttechnik ist der Indikator objektiv. Allerdings ist dies nur die halbe Wahrheit, denn die Interpretation ist ähnlich wie bei den Formationen ebenfalls subjektiv.

Indikatoren können grob in folgende Gruppen eingeteilt werden:

indikatoren

Ähnlich wie in der Charttechnik bietet es sich auch bei der Verwendung von Indikatoren an, zunächst zu schauen, ob sich der Markt in einem Trend befindet und welche Stärke die aktuelle Bewegung hat. Eine Antwort liefert der Directional Movement Index (DX) als eine Art vorgeschalteter Trendintensitätsindikator. Der DX prüft, ob das gegenwärtige Hoch über dem Hoch der Vorperiode (z. B. gestern) liegt bzw. das aktuelle Tief unter dem (gestrigen) Tief. Der Average Directional Movement Index (ADX) ist das Ergebnis einer Glättung des Directional Movement Index. Dieser Indikator erleichtert die Identifikation von Trends und ermöglicht auch eine Quantifizierung der Trendstärke.

Der Indikator zeigt, wann die Stärke eines Trends nachlässt oder anwächst aber nicht, welche Richtung der Trend hat. Ein fallender  bzw. unter 15 % verlaufender ADX kennzeichnet einen trendlosen Markt und signalisiert damit, dass der Einsatz von Oszillatoren gegenüber Trendfolgeindikatoren vorteilhaft ist. Steigt die ADX-Linie oder liegt der Wert über 15 % sollten Trendfolgeindikatoren eingesetzt werden und keine Oszillatoren.

Oszillatoren und Trendfolgeindikatoren

Oszillatoren spielen ihre Stärke vor allem in trendlosen Phasen aus. Sie sind aber auch ein guter Signalgeber, ob ein überkaufter, neutraler oder überverkaufter Markt vorliegt. Die Trendlinie eines Oszillators bewegt sich innerhalb einer oberen und unteren Begrenzung, die durch eine horizontale Mittelpunktslinie in zwei Hälften geteilt ist. Oszillatoren können weiter in zwei grundsätzliche Gruppen eingeteilt werden: Mit definierten Extrembereichen (z.B. RSI, DSS-Bressert mit Zonen von 20 und 80) und ohne Zonen, die einen überkauften bzw. überverkauften Markt anzeigen (z.B. MACD, ROC).  Handelssignale liegen vor, wenn die Signallinie eine der beiden Extremzonen erreicht hat, es zu einem Schnittpunkt mit der Mittelpunktslinie kommt oder (multiple) Divergenzen gegenüber dem Kursverlauf ausgebildet werden.

Einer der populärsten Trendfolgeindikatoren ist der gleitende Durchschnitt. Unterschieden werden einfacher, gewichteter und exponentiell geglätteter Durchschnitt. Meistens findet ein einfacher gleitender Durchschnitt verwendet, wie z.B. der 21-, 55-, 100 oder 200-Tage-Durchschnitt. Die Berechnung ist denkbar einfach, denn der aktuelle Wert ist der Durchschnittskurs über den jeweils ausgewählten Zeitraum. Der gewichtete und exponentielle gleitende Durchschnitt berücksichtigt die aktuelle Kursentwicklung stärker, so dass eine sensiblere und schnellere Reaktion der Linie bei Kursveränderungen erfolgt.

Der MACD–Indikator errechnet sich auf Basis von drei exponentiellen gleitenden Durchschnitten und liefert durch zwei Linien Signale. Dieser Indikator vereinigt die positiven Eigenschaften der Oszillatoren und der trendfolgenden Indikatoren. Die MACD–Linie repräsentiert die Differenz von zwei exponentiellen gleitender Durchschnitte. Die zweite langsamere Signallinie (Trigger)  ist ein  gleitender Durchschnitt der MACD–Linie. Ein Kaufsignal entsteht, wenn die MACD–Linie die Signallinie von unten kommend schneidet  bzw. ein Verkaufssignal, wenn die schnellere MACD–Linie die langsamere Signallinie unterschreitet. Die MACD-Linie kann als Trendanzeiger eingesetzt werden, wobei Divergenzen auf Trendänderungen des Basistitels deuten.

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