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Volkswagen und Adidas – Window Dressing als Katalysator?

Das Börsenjahr 2015 biegt auf die Zielgerade ein, der DAX steht an einer sehr kritischen Marke. Adidas, Infineon und Fresenius liegen mit Gewinnen von 50 Prozent auf den ersten drei Plätzen, Volkswagen, E.ON und RWE sind ganz unten zu finden.

Mit Statistiken ist das immer so eine Sache. So mancher Anleger dürfte in den vergangenen Tagen verwundert auf die herben Verluste an den Aktienmärkten schauen. Eigentlich müsste der DAX steigen, zeigen doch die Daten der vergangenen 15 Jahre für den Index einen durchschnittlichen Anstieg im Dezember von 1,7 Prozent. Allerdings hat die Sache einen Haken: Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. So büßten die Blue Chips im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent ein, 2011 gab es im Dezember sogar eine Korrektur von 3,1 Prozent. Ebenfalls wichtig zu wissen: Häufig tendieren die Kurse bis zur Monatsmitte schwächer, erst mit dem Großen Verfall am dritten Freitag im Monat wendet sich vielfach das Blatt. In diesem Jahr sorgt natürlich die bevorstehende Fed-Zinsentscheidung für Unsicherheit. Wobei hier die Karten eigentlich auf dem Tisch liegen: An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung mit 83 Prozent taxiert, der “Drops ist somit gelutscht”. Spannend ist nur die Frage, wie die Märkte auf die erste Zinserhöhung seit knapp zehn Jahren reagieren.

Zurück zum DAX. Ausgehend vom letzten Verlaufshoch Ende November sackte der Index um rund 800 Punkte oder knapp sieben Prozent ab. Ähnliche Rückschläge gab es in diesem Jahr bereits mehrfach wie zum Beispiel Anfang und Ende Juli. Allerdings notierte der DAX damals noch deutlich über seiner 200-Tage-Linie, die zudem steigend verlief. Inzwischen schauen wir von unten auf den Durchschnitt, und der Signalgeber könnte bald abwärts drehen. Und auf der Unterseite lauern größere Gefahren.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Der Chart verdeutlicht die Ausgangslage. Für viele Fondsmanager und große Investoren rückt der Tag, an dem Sie Rechenschaft ablegen müssen nun zügig näher. Mit dem jüngsten Rückschlag ist die Nervosität deutlich gestiegen. Nur Anleger, die entweder zum Jahreswechsel oder während der Korrektur im Spätsommer eingestiegen sind, liegen derzeit noch im Gewinn (grüne Zone). Allerdings sind die Positionen in Gefahr: Sollte der DAX unter die richtungsweisende Zone um 10.400 bis 10.600 fallen (grau markiert), dürften viele Buchgewinne realisiert werden. Zugleich ist der Anteil von Anlegern groß, die zwischen Ende Januar bis Mitte August eingestiegen sind (rote Zone)- hier liegen alle Positionen im Minus. Auch diese Investorengruppe hat den Finger am Abzug und steigt aus, wenn der DAX nach unten kippt. Fazit: Das Kursverhalten im Bereich um 10.400 bis 10.600 ist entscheidend für die kurz- bis mittelfristige Entwicklung.

Quelle: Captimizer

Quelle: Captimizer

Im gestrigen Chart-Webinar haben wir uns ausführlich mit dem DAX sowie dem Schwerpunktthema Window-Dressing beschäftigt. Lohnt es sich für Privatanaleger, auf den Effekt zu setzen oder handelt es sich nur um einen Mythos? Welche Aktien Anleger nun im Depot haben müssten, zeigt die Tabelle: Adidas, Infineon und Fresenius long, Volkswagen, E.ON und RWE short. Einfacher kann Börse nicht sein. Ob der Ansatz wirklich funktioniert, sehen Sie hier in der Aufzeichnung.

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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