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US-Aktienmarkt: 13 Prozent-Korrektur wäre kein Problem

Die US-Berichtssaison liefert aktuell eine gute Orientierung, ob die inzwischen hohen Bewertungen überhaupt noch gerechtfertigt sind. Aus Sicht der Charttechnik ist die Ausgangslage für 2014 eigentlich klar. Aber die Risiken sollten nicht unterschätzt werden.

 

Bis zur nächsten Fed-Sitzung am 29. Januar dauert es zum Glück noch ein wenig, Unternehmenszahlen rücken derzeit verstärkt in den Mittelpunkt. Wie inzwischen vor fast jeder US-Berichtssaison haben die Experten in den vergangenen Wochen und Monaten ihre Erwartungen immer weiter nach unten angepasst. Während die Profis inzwischen ein Gewinnwachstum von 6,3 Prozent vorhersagen, waren sie Ende September noch von einem Plus von 9,6 Prozent ausgegangen. Das hat dem Aktienmarkt jedoch keineswegs gebremst. In dem Zeitraum ist der Index um 9,9 Prozent auf neue Allzeithochs geklettert. Wer die Prognosen für die einzelnen Sektoren einmal genauer nachschauen möchte, findet HIER  viele Informationen und Grafiken.

Eine andere Frage, die sich nach der Rally inzwischen verstärk aufdrängt, ist die Bewertung der Aktienmärkte. Bei einem Kurs des S&P 500 von rund 1850 Punkte liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die nächsten zwölf Monate bei knapp 18. Zum Vergleich: der langfristige Durchschnitt erreicht 16,5. Zurückhaltend äußerte sich zuletzt Goldman Sachs. Wegen der inzwischen recht sportlichen Bewertung rechnet man in den kommenden Jahren nur noch mit moderaten Anstiegen an den Aktienmärkten. Ein Crash ist somit nicht in Sicht, aber auch keine Rally wie 2013. Für das laufende Jahr erwarten die Strategen einen Anstieg des S&P 500 auf rund 1900 Punkte, was einer Seitwärtsbewegung gleichkommt. Ende 2015 soll der Index dann bei 2100 Punkten stehen – und Ende 2016 bei 2200 Punkten.

Ähnlich wie der DAX verläuft auch der S&P seit Jahren in einem mehrfach an den jeweiligen Extremzonen getesteten Aufwärtskanal. Nach der Trendbeschleunigung vor rund zwölf Monaten hält sich der US-Leitindex seitdem in der oberen Hälfte der Range auf. Kursrücksetzer wurden jeweils immer früher gekauft, wobei sich vor allem die 100-Tage-Linie in 2013 als ein sehr guter Signalgeber zum Einstieg erwies. Die grünen Kreise zeigen die Schnittpunkte des Gleitenden Durchschnitts mit dem Index. Vor allem seit dem letzen Aufwärtsschub im Oktober testete der Markt mehrfach die dunkelgrün eingezeichnete obere Begrenzungslinie. Ein Ausbruch erfolgte bisher noch nicht, obwohl der Index nahezu monatlich neue Rekordhochs ausbildet. Kein Wunder, denn die Kanalgrenze steigt mit rund 25 Punkten pro Monat und lässt aktuell Platz bis rund 1860.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Ein weiteres Muster gilt es zu beachten: Nach einem Ausbruch über das vorherige Rekordhoch kommt es häufig zu einem Retest des alten Niveaus von oben. Beispiele sind die kurzen Korrekturen Mitte Dezember und zuletzt vor wenigen Tagen. Eine erste Unterstützung für den S&P liegt somit bei 1810, darunter wäre Platz bis 1775. Spätestens wenn aber auch an der 100-Tage-Linie bei derzeit 1750 keine Richtungsumkehr stattfinden sollte, trüben sich die Aussichten für den US-Aktienmarkt kurzfristig ein.

Von einer mittel- bis langfristigen Trendumkehr kann aber auch dann noch nicht gesprochen werden. Der untere, langjährige Aufwärtstrend verläuft derzeit bei 1600, 13 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Anders formuliert: Nach oben hin scheint der Markt durch die Kanalgrenze eher gedeckelt, weitere Zugewinne bei moderaten Tempo sind aber möglich. Auf der Unterseite sind die Risiken hingegen ungleich größer, ein prozentual zweistellige Rücksetzer aber durchaus noch vertretbar. Selbst eine Korrektur von 13 Prozent bis zur 1600er-Marke würde noch nicht den übergeordneten Trend kippen.

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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