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Rekord und Dividende zum Jubiläum

Wenn das kein Grund ist, die Sektkorken knallen zu lassen: Passend zum 90-jährigen Firmengeburtstag läuft es bei der Aareal Bank wieder rund. Bereits das erste Quartal war sehr solide, im zweiten Semester hielt die positive Tendenz offenbar an.

 

 

Die Halbjahreszahlen werden die Wiesbadener zwar erst am 13. August vorlegen. Finanzchef Hermann Merkens überraschte den Markt aber kürzlich mit recht positiven Aussagen und will seinen Anteilseignern erstmals seit der Finanzkrise sogar wieder eine Dividende zukommen lassen. Auf den ersten Blick erstaunlich, denn auch die Aareal Bank musste vom Staat gestützt werden. Bisher hat die Bank erst einen Teil der Gelder zurückgezahlt, 300 Mio. Euro stehen noch aus. Wie passt das zusammen?

Immobilienkrise, Finanzkrise, Schuldenkrise – für Banken und deren Aktionäre waren die vergangenen Jahre eine Katastrophe. Dazu reicht allein ein Blick auf die Kursentwicklung der beiden führenden Institute in Deutschland. Auch andere Branchenkollegen werden dann schnell in Sippenhaft genommen, erst recht wenn im Namen „Bank“ steht. So wie bei der Aareal Bank. Immerhin: Die Kursentwicklung fällt nicht ganz so mies aus. Im Fünf-Jahres-Zeitraum ging es um 25 Prozent abwärts, seit Anfang Januar hält sich die Aktie mit Gewinnen von 28 Prozent aber im oberen MDAX-Drittel auf.

 

Die Konkurrenz ausgestochen

Wenig überraschend, denn die Aareal Bank ist als gewerblicher Immobilienfinanzierer im eher konservativ aufgestellt. Während Wettbewerber wie die Eurohypo oder die Hypo Real Estate kollabierten, sorgte die zwei Säulen-Strategie für Stabilität. Im Geschäftssegment Strukturierte Immobilienfinanzierungen begleitet das Unternehmen nationale und internationale Kunden bei ihren Immobilienprojekten auf drei Kontinenten. Zugleich bietet die Bank der Wohnungswirtschaft auch IT-Services und die komplette Abwicklung des Zahlungsverkehrs an. Einlagen aus diesem Bereich dienen wiederum der Refinanzierung. Zwar brach das operative Ergebnis in 2009 auf 87 Mio. Euro ein. Unter dem Strich rutschte die Bank aber während der Krise als einziges börsennotiertes Finanzhaus in Deutschland nicht in die roten Zahlen.

Für das laufende Geschäftsjahr peilt Finanzchef Merkens das Rekordergebnis aus 2011 von 185 Mio. Euro an, nachdem im vergangenen Jahr 176 Mio. Euro hängen blieben. Der Jahresauftakt stimmt zuversichtlich, denn in den ersten drei Monaten kletterte das Betriebsergebnis um neun Prozent auf 47 Mio. Euro. Läuft es auch in der zweiten Jahreshälfte gut, können sich Aktionäre erstmals seit 2007 wieder berichtigte Hoffnungen auf eine Dividende machen. Damals kehrte der MDAX-Wert 0,5 Euro je Aktie aus.

 

Vorschriften belasten die Rendite

Dennoch soll die Staatshilfe als reine Vorsichtsmaßnahme noch nicht zurückgezahlt werden. Von der ursprünglich 525 Mio. Euro schweren Einlage des Bankenrettungsfonds SoFFin sind noch 300 Mio. Euro übrig. Mittelfristig will die Bank die Einlage durch Hybridkapital ersetzen und könnte so gleichzeitig das Kernkapital mit Blick auf die härteren Basell III-Vorschriften stärken. Schon jetzt erfüllt das Unternehmen die erst ab 2019 vollständig geltenden Regulierungsvorschriften. Neben der hohen Kernkapitalquote, die Ende März bei 10,7 Prozent lag, entsprechen auch die Liquiditäts- und Refinanzierungskennziffern den Vorgaben.

Kehrseite der Medaille: Vorhandene Wachstumschancen bei der Immobilienfinanzierung sowie entgangene Zinserträge durch unverzinste Zentralbankeinlagen wirken sich direkt negativ auf das Konzernergebnis aus und führen zu einer geringeren Rentabilität und eher schwachem Wachstum im Kerngeschäft.

Fasst man alles zusammen, überwiegt aber der positive Effekt aus der guten operativen Entwicklung. Commerzbank, HSBC und NordLB heben den Daumen für die Aktie und sehen das Kursziel bei 21 bis 23 Euro. Die Aktie hätte somit noch gut zehn Prozent Potenzial. Auch die Charttechnik sieht vielversprechend aus. Mit den jüngsten Zugewinnen knackte die Aktie den massiven horizontalen Widerstand bei knapp 20 Euro und lieferte mit dem Sprung auf den höchsten Stand seit Spätsommer 2011 ein Kaufsignal. Bleibt ein Fehlausbruch aus, ist der Weg frei bis 22 Euro, darüber sogar 24,70 Euro.

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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