banner ad
banner ad

Porsche und der innere Wert – Absturz übertrieben?

Gute Unternehmen soll man bekanntlich kaufen, wenn überraschende Meldungen den Kurs abstürzen lassen, die grundsätzliche Investment-Story aber intakt bleibt. In der Theorie ist dies nachvollziehbar. Bei der praktischen Umsetzung sieht die Sache dann schon anders aus.

Wer kauft schon gerne mit voller Überzeugung eine Aktie, die sich im Sturzflug befindet? Volkswagen ist seit einiger Zeit ein heißes Eisen. Auch Wochen nach Bekanntwerden des Abgasskandals ist noch vollkommen offen, wie groß die finanziellen Belastungen ausfallen werden, ganz zu schweigen vom Imageschaden. Ähnlich steil nach unten ging es auch mit der Porsche-Aktie.

Dabei ist die Sportwagenschmiede gut im Geschäft, verkaufte bis Ende Oktober bereits 192.000 Fahrzeuge und damit mehr als im vergangenen Jahr, als weltweit 190.000 Wagen den Besitzer wechselten. Inzwischen wird jeder vierte Porsche in China verkauft, Tendenz steigend – obwohl die Konjunktur nicht rund läuft.

Porsche – verzwickte Sache

Dennoch steht die Porsche-Aktie ausgehend vom Jahreshoch derzeit knapp 60 Prozent tiefer. Wichtig zu wissen: Das operative Geschäft des Sportwagenbauers ist inzwischen eine 100-prozentige Tochter von VW. Wer auf die Porsche-Aktie setzt, setzt damit indirekt auf den Erfolg von VW. Die Porsche Automobil Holding SE, kurz Porsche SE, ist eine Beteiligungsfirma. Die Beteiligung an der Volkswagen AG steht für rund 90 Prozent der Vermögenswerte der Porsche SE, weshalb die Aktie so stark an der Entwicklung der Volkswagen-Aktie hängt. Da der Gewinn von VW in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen wird, musste natürlich auch die Porsche SE ihre 2015er-Guidance nach unten anpassen (s. Meldung).

BMW, VW, Bayer und viele andere Titel stehen heute im Blickpunkt des Chart-Webinars um 19 Uhr. Anmeldung gerne hier. Zudem gibt es morgen zusammen mit Feingold Research ein Spezial-Webinar bei der Comdirect – ebenfalls kostenlos – Anmeldung hier.

Wo liegt der innere Wert?

Bleibt die entscheidende Frage, wie hoch der Wert der Beteiligung von Porsche ist und ob die Papiere nicht mit einem Abschlag zum inneren Wert gehandelt werden. Porsche hält mehr als die Hälfte der VW-Stammaktien und einen ordentlichen Bargeldbestand. Vor einem Jahr lag der innere Wert je Porsche-Aktie bei rund 92 Euro, die Aktie wurde damals für 65 Euro gehandelt, was einem Abschlag von rund 30 Prozent entsprach. Die besondere Börsenkonstruktion von Porsche (es gibt keine gelisteten Stammaktien) ist ein Grund. Wesentlich schwerwiegender dürfte die Ungewissheit über den Ausgang der zahlreichen Gerichtsverfahren wegen des geplatzten Übernahmeversuchs von VW den Kurs belasten. Aktuell sieht die Lage ähnlich aus: Porsche hält nach der jüngsten Aufstockung rund 154 Millionen VW-Stammaktien (52,2 Prozent), zudem schlummern 1,4 Mrd. Euro in der Kasse. Daraus errechnet sich ein innerer Wert je Porsche-Aktie von gut 60 Euro, die Aktie selbst steht bei 40 Euro. Macht einen Abschlag – Sie ahnen es bereits – von gut 30 Prozent.

Fazit:

Der Hinweis, dass die Papiere derzeit mit einem deutlichen Discount gehandelt werden, ist zwar richtig, aber nicht neu. Bereits seit Monaten liegt der Abschlag im Bereich um 30 Prozent, dies gilt auch nach dem jüngsten VW-Skandal. Sollte man dennoch einsteigen? Von der Charttechnik sieht die Lage durchaus interessant aus. In den vergangenen sechs Jahren kristallisierte sich bereits mehrfach im Bereich um 28 bis 34 Euro eine starke Nachfrage heraus. Zuletzt wurde die Zone erneut bestätigt, der Abschlag von 44 Prozent zur 200-Tage-Linie zeigt eine ähnliche Übertreibung wie Anfang 2009 oder im September 2011. Eine Absicherung bei 27 Euro bietet sich an, auch gestaffelte Verkaufsaufträge sind sinnvoll. Wer lieber sportlicher agieren möchte, setzt auf den Knock out Bull SE0ZDX mit Hebel 4,7. Bear-Scheine wie die XM7PXE mit Hebel 2,6 eigenen sich nur für Pessimisten, oder als Absicherung für Porsche-Aktien, die bereits im Depot sind.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Posted in: Aktien, Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

Post a Comment

banner ad