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K+S: Die Uhr tickt langsam runter

Eigentlich kann sich die Bilanz für die 30 DAX-Aktien auf Sicht von vier Wochen wirklich sehen lassen. Nahezu alle Werte legten kräftig zu – mit einer Ausnahme: K+S. Rund 22 Prozent büßten die Papiere ein. Doch die Verluste bieten für Neueinsteiger auch Chancen, sobald der erste Widerstand fällt.

 

 

Für die Commerzbank ist die Ausgangslage klar. Analyst Lutz Grüten geht davon aus, dass das Salzgeschäft die fallenden Kali-Preise zumindest teilweise kompensieren sollte. Bereits vor knapp einer Woche hatte Konkurrent Potash nach einem enttäuschten dritten Quartal die Prognose für das laufende Jahr nach unten angepasst. Für die Kanadier gilt eigentlich nur das Prinzip Hoffnung: Der Aktienkurs sackte seit Jahresbeginn um rund 40 Prozent ab, dazu kommt die gescheiterte Übernahme von K+S. Besonders die enttäuschende Preisentwicklung bei Kali setzt die Branche unter Druck. Einige kanadische Unternehmen haben bereits ihre Kaliproduktion verringert, um so die Preisverfall zu stoppen. Noch fällt der Erfolg allerdings dürftig aus.

Auch K+S wird man dies genau beobachten. Das Legacy-Projekt in Kanada soll im Sommer 2016 in Betrieb genommen werden, die Produktionskapazität sukzessive auf jährlich 2,86 Mio. t im Jahr 2023 steigen. Im vergangenen Jahr steuerte das Salzgeschäft knapp die Hälfte zum Umsatz bei, etwas größer ist der Anteil des Kali- und Magnesiumsegments. K+S verfügt derzeit über einen Anteil von rund 11 Prozent an der weltweiten Produktion des Düngemittels, die Hauptabsatzgebiete liegen in Europa und Südamerika. Hingegen ist man mit einer Produktionskapazität von 30 Mio. t weltgrößter Produzent und Anbieter von Steinsalz.

Am 11. November werden die Zahlen erwartet. Zuletzt bestätigte der Konzern die Prognose für 2015 und will beim Ebit die untere Range von 780 bis 860 Mio. Euro erreichen. Analysten rechnen derzeit im Konsens für 2015 mit einem Gewinn je Aktie von 2,74 Euro, für das kommende Jahr liegen die Schätzungen bei 2,28 Euro. Daraus errechnet sich ein 2016er-KGV von 10, die Papiere zählen damit zu den günstigsten im DAX. Allerdings sind auch die Risiken vergleichsweise hoch. Vom Management werden bei der Zahlenpräsentation am 11. November vor allem Antworten erwartet, wie der Unternehmenswert aus eigener Kraft über das angeblich zu niedrige Angebot von Potash über 41 Euro je Aktie gesteigert werden kann.

Abstand beachten

Von diesen Kursregionen ist der Wert derzeit weit entfernt, die Aktie müsste um rund 70 Prozent zulegen. Sollten keine überraschenden Meldungen in den kommenden fünf Handelstagen auf den Markt treffen, ist vorerst mit einer Fortsetzung der jüngsten Seitwärtsbewegung zu rechnen. Bereits seit dem 5. Oktober pendelt der Wert in einer engen Spanne zwischen 22,60 bis 25,10 / 25,30 Euro. Behalten Sie die Grenzen im Auge. Je enger und länger die Range andauert, desto kräftiger wird der anschließende Impuls ausfallen. Das Potenzial ist sowohl nach oben wie auch Richtung Süden nicht zu unterschätzen, der Chart zeigt kaum relevante Zielgebiete in der unmittelbaren Umgebung. Als grobe Faustformel gilt: Abgesehen von wenigen Ausnahmesituationen entfernte sich die Aktie in den vergangenen Monaten selten um mehr als 9 bis 13 Prozent von ihrer 21-Tage-Linie nach unten. Nach oben wird die Luft ab einem Abstand von 10 bis 12 Prozent dünn.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Die Aussichten für den DAX mit Blick auf 2016 haben wie gestern im Chart-Webinar ausführlich beleuchtet. Um die Aufzeichnung zu sehen, einfach auf das Bild klicken:

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Posted in: Aktien, Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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