Fed-Sitzungen als böses Omen

Themen des Tages:  FOMC-Statement ohne Überraschung +++  Nuancen geben den Ausschlag +++ Dow Jones als Wegweiser für die kommenden Wochen

Das gestrige Fed-Statement kann auf den ersten Blick als Non-Event eingestuft werden, denn die Erwartungen des Marktes wurden zur Abwechslung mal wieder exakt bestätigt. Der Leitzins bleibt weiterhin bei null bis 0,25 Prozent, zudem kauft die Fed jeden Monat für 40 Mrd. Dollar Hypothekenpapiere auf und engagiert sich mit 45 Mrd. Dollar bei den Staatsanleihen. Zwischen den Zeilen finden sich dennoch einige Hinweise. Die Sorge über die Bremswirkung der steigenden Renditen auf die Wirtschaft wurde aus dem Statement entfernt, nachdem die 10-jährigen inzwischen den Rückwärtsgang eingeschlagen haben. Allerdings signalisierte die Fed nicht, dass Tapering noch weiter hinauszuzögern. Mögliche negative Effekte des Haushaltsstreits auf die Wirtschaft werden offenbar nicht erwartet, zumal bereits im Januar eine Fortsetzung des politischen Theaters droht. Auch die fallende Teuerungsrate sowie die enttäuschten Arbeitsmarktdaten hätte die Fed durchaus als Argument anführen können. Die Experten der Citigroup schätzen die Wahrscheinlichkeit für eine Reduzierung der Anleihekäufe auf der nächsten Sitzung im Dezember auf 20 Prozent, zuvor lag der Wert bei zehn Prozent.

Fazit: Das Statement beinhaltet etwas strengere Töne, entsprechend sind auch die Marktreaktionen einzuschätzen. Dow und S&P 500 gaben nach, auch Euro sowie Gold entwickelten sich negativ. Vor allem beim Dow Jones gilt es eine interessante Ausgangslage zu beachten.

Seit dem Frühjahr läuft der Index in einem leicht steigenden Kanal. Die Untergrenze dieser Range liegt um 14.700, seit Juni kam es bisher zu drei Erholungsphasen von rund sechs Prozent. Auf der Oberseite dominierte hingegen ab 15.630 jeweils das Verkaufsinteresse und der Dow fiel um rund 5,6 Prozent. Nahezu die kompletten Gewinne der vorherigen Erholung wurden kompensiert. Mit den Fed-Sitzungen findet sich ein weiterer Signalgeber, denn bei jeder Notenbankentscheidung notierte der Dow an der oberen Begrenzung der Handelsspanne (blaue Pfeile). Im Anschluss kam es wie beschrieben zu Kursverlusten. Bleibt dieses Muster erhalten, müsste der Markt in den kommenden drei, vier Wochen eher zur Schwäche neigen, bevor dann Ende November die Jahresendrally starten würde.

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Franz-Georg Wenner

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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