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Fakten für Anhänger der Weihnachtsrally

Kommt der Jahresendspurt oder nicht? Statistisch sind die Aussichten gut für den Zeitraum von Mitte Dezember bis Mitte Januar. Wer noch etwas Nervenkitzel haben möchte, sollte drei weitere Faktoren beachten: Charttechnik, Psychologie und die innere Marktstruktur.

Während der DAX noch nicht einmal 50 Prozent der Vorwochenkorrektur wieder aufgeholt hat, zeigen sich die wichtigsten US-Indizes in deutlich besserer Form. Das bisherige Rekordhoch im S&P 500 bei 1813 könnte bereits heute fallen. Doch wirklich entscheidend wird es erst wenige Punkte weiter nördlich, wie der Tageschart zeigt. Maßgeblich bleibt eine obere Aufwärtstrendlinie, die sich bis in den Frühjahr 2012 zurückverfolgen lässt und den Markt bereits Ende November ausbremste.

Weichenstellung in Sicht

Eine Weihnachtsrally beim DAX wird es nur dann geben, wenn auch die Wall Street mitzieht. Für den S&P 500 liegt die entscheidende Hürde im Bereich 1815 bis 1820. Erst wenn dieses Niveau nachhaltig per Tagesschluss überwunden ist, dürfte eine neue Aufwärtswelle einsetzen. Da der Index zugleich auf Rekordhoch notiert, liegen keine bereits bestätigten Widerstände mehr vor. Erfahrungsgemäß neigt der Markt dann besonders an runden Kursmarken wie 1850 zu Konsolidierungen. Prallt der Index hingegen erneut von der oberen Aufwärtstrendlinie ab, stellt das bisherige Dezember-Tief bei 1775 eine wichtige kurzfristige Orientierungsmarke dar. Hält der Bereich nicht, droht ein Fehlausbruch mit einer Top-Bildung, die in einem umsatzschwachen Marktumfeld durchaus zu einer größeren Korrektur führen könnte. Zugleich droht dem S&P dann auch wieder der Rückfall in den seit 2009 zurückreichenden Aufwärtskanal, was ebenfalls ein Zeichen der Schwäche wäre. Psychologisch wird es dann vor allem für Investoren herausfordernd, die erst seit Mitte November dabei sind.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Spekulative und strategische Positionen

Steigt man während einer Aufwärtsbewegung in den Markt ein, ist man meistens recht schnell in einer komfortablen Situation, weil Gewinne zügig erzielt werden und die Angst vor Verlusten nachlässt. Entsprechend kann der Stoppkurs auf Einstandsniveau nachgezogen werden, dass Risiko sinkt deutlich. Ein Idealszenario. Läuft der Markt aber nicht wie erhofft weiter, wird es sehr schnell gefährlich. Der psychologische Effekt der fast schon fest eingeplanten und dann ausbleibenden Gewinne sollte nicht unterschätzt werden. Gerade wer erst in den vergangenen Wochen eingestiegen ist oder aufgrund von geringerer Performance in den Markt gedrängt wurde, wusste zugleich, dass der Trend bereits sehr reif ist und jederzeit eine gesunde und scharfe Korrektur einsetzen kann.

Gerade in einer möglichen finalen Aufwärtsbewegung weisen neue Positionen vielfach keinen strategischen Charakter auf, sondern dienen nur der kurzfristigen Spekulation. Erweist sich dann der Einstieg als Fehler, werden diese Engagements auch sehr zügig wieder aufgelöst. Handeln mehrere Akteure nach diesem Muster, verstärkt sich der Effekt und eine dynamischere Abwärtsbewegung startet. Sollten bei dieser Korrektur zugleich relevante charttechnische Marken fallen, kommt zusätzlicher Druck auf. Vor allem in den eher umsatzschwachen Tagen zum Jahreswechsel ist dieser Effekt – auch in die entgegensetzte Richtung – nicht zu unterschätzen.

Kein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis

Neben der Charttechnik und der Psychologie gilt es aber noch einen weiteren Faktor zu berücksichtigen: die Struktur des inneren Marktes. Im Chart sehen Sie den Prozentsatz der Aktien im S&P 500, die über ihrer 20-Tage-Linie notieren. Auf den ersten Blick werden zwei relevante Marken deutlich. Notieren mehr als 85 Prozent der Werte über der kurzfristigen Signallinie, kam es in der Vergangenheit abgesehen von wenigen Ausnahmen immer zu einer Konsolidierung in Form einer Seitwärtsbewegung oder sogar Kurskorrektur. Auch wenn die Verlockung groß ist, in einer dynamischen Aufwärtsbewegung einzusteigen, sollte man besser ein günstigeres Niveau abwarten.

Quelle: indexindicators.com

Quelle: indexindicators.com

Mehr Aussicht auf Erfolg liegt vor, wenn nur noch 15 bis 20 Prozent der Aktie über der 20-Tage-Linie notieren. Der Chart zeigt deutlich, dass die niedrigen Niveaus auch meist mit zyklischen Bewegungstiefpunkten im Aktienindex einhergingen. Aktuell notieren 60 Prozent der Papiere über dem Durchschnitt – weder Fisch noch Fleisch. Negativ fällt besonders auf, dass der Index in den vergangenen Monaten neue Bewegungshochpunkte ausbildete, während zugleich kontinuierlich weniger Aktien ihren Monatsmittelkurs behaupteten. Anders formuliert: Die Aufwärtsbewegung wurde von immer weniger Aktien mitgetragen, nur noch die Indexschwergewichte sorgen für positive Impulse.

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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