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Dialog Semiconductor – Showdown mit Apple am 23. Juli

Kaum ein Konzern in Deutschland ist so sehr vom Erfolg oder Misserfolg bei Apple abhängig wie Dialog Semiconductor. Mit dem jüngsten Zukauf könnten sich die Gewichte mittel- bis langfristig deutlich verschieben – und der Aktie viel Potenzial ermöglichen.

 

Auf den ersten Blick träumt wohl jedes Management davon: einen Weltkonzern von den eigenen Produkten zu überzeugen. So ähnlich war es vor einigen Jahren wohl auch bei Dialog Semiconductor. Das TecDAX-Unternehmen aus Kirchheim unter Teck bei Stuttgart begeisterte Apple mit seinen kleinen, stromsparenden Chips und beliefert seitdem die Kalifornier. Doch es gilt immer zwei Seiten einer Medaille zu berücksichtigen. Laufen die Geschäfte beim Großkunden sehr gut, brummt auch das eigene Geschäft. Apple revolutionierte mit neuen Produkten und Funktionen den Technologiemarkt und scheffelte Milliarden-Gewinne. Davon profitierte auch Zulieferer Dialog.

Doch die Konkurrenz schläft nicht und setzte Apple in den vergangenen Quartalen spürbar zu. Neue Produkte, die sich zu einem ähnlich durchschlagenden Erfolg entwickeln könnten wie das iPhone, sind ebenfalls nicht in Sicht. Das setzte der Apple-Aktie zu, und natürlich auch Dialog. Zudem besteht noch eine ganz andere Gefahr: Mit Apple erzielt Dialog Schätzungen zufolge knapp drei Viertel seines Umsatzes. Sollten die Kalifornier zur Konkurrenz wechseln, wäre dies ein heftiger Schlag ins Kontor.

Im laufenden Jahr dürfte Apple rund 300 Millionen iPhones und iPads mit den Dialog-Chips ausliefern. Langjährige Dialog-Aktionäre erinnern sich mit Unbehagen an 2006. Nach der Insolvenz des wichtigen Kunden Benq Mobile strich Dialog seine Prognose zusammen. Die Aktie sackte um rund 25 Prozent ab.

 

Hinweis auf iWatch

Zumindest aktuell gibt es noch keine Anzeichen, dass Apple den Zulieferer austauscht. Warum auch, schließlich sind die Stückpreise bei den Chips zu gering, als das die Herstellungskosten mit einem anderen Zulieferer spürbar reduziert werden könnten. Viel wichtiger: Dialog ist mit seinen Chips technologisch die Nummer Eins. Dialogs Power-Management-Chips ermöglichen eine höchst effiziente Verteilung der Stromreserven. Eines der sensibelsten Themen bei Smartphones, denn welcher Nutzer ärgert sich nicht über den ständig leeren Akku. Und die Stuttgarter basteln bereits eifrig an besseren Chips – offenbar mit Erfolg. Ende Mai präsentierte Dialog den nach eigenen Angaben kleinsten und sparsamsten Bluetooth-Chips, mit dem die Batterielaufzeit mehr als verdoppelt wird. Haupteinsatzgebiet ist die kabellose Anbindung von Fernbedienungen, Mäusen oder anderem Zubehör an Tablets und Notebooks. Apple-Fans werden bei diesem Punkt hellhörig: Seit Monaten halten sich hartnäckige Gerüchte, dass Konzern-Chef Tim Cook vielleicht bereits Ende des Jahres eine Computer-Armbanduhr präsentieren wird, die Daten vom iPhone anzeigt.

In eine ähnliche Richtung ging auch eine Pressemeldung von Dialog, in der darauf hingewiesen wurde, dass der neue Bluetooth-Chip klein genug sei, um in einer Uhr oder einem Armband seinen Dienst zu verrichten.  Zudem sei man bereits mit „einer Reihe von wichtigen Kunden im Bereich von Zubehör- und Peripheriegeräten“ im Gespräch.

 

Zukauf eröffnet neue Dimensionen

Dennoch, bei der Beurteilung über die Chancen der Dialog-Aktie bleibt ein fader Beigeschmack. Zwar eröffnen die engen Geschäfte mit Apple viel Potenzial, dennoch bleibt das Risiko sehr hoch. Umso erfreulicher ist daher der jüngste Zukauf von Dialog-Chef Jalal Bagherli zu werten. Für 310 Mio. Dollar sowie einer möglichen Prämie von 35 Mio. Dollar schnappte er sich den US-Spezialisten iWatt, der mit Energiesteuerungschips für Ladegeräte von Tablets und Smartphones rund 70 Prozent seiner Umsätze erzielt. Die restlichen Erlöse macht das im Silicon Valley ansässige Unternehmen mit zukunftsweisenden Leuchtdioden (LEDs). iWatt passt perfekt in die Firmenphilosophie von Dialog, denn die Amerikaner bieten eine Technologie, mit der die Ladezeit drastisch sinkt. Zudem sind die Chips extrem klein.

Auch mit Blick auf die Kundenbasis ist der Deal positiv zu werten, denn zu iWatts-Kunden zählen  Smartphone-Hersteller wie HTC und Nokia. Wichtige Player auf dem Weltmarkt, die bisher noch nicht bei Dialog einkaufen. Mit dem Zukauf steigt das für Dialog anvisierte Marktvolumen um 1,8 Mrd. Dollar auf 5,9 Mrd. Dollar in 2015. Für die kommenden Jahre könnt iWatt mit einem  Umsatzwachstum von durchschnittlich rund 20 Prozent aufwarten. Auch die Profitabilität von Dialog dürfte deutlich steigen, denn iWatt glänzt mit einer operativen Marge von zuletzt 49 Prozent. Genauere Daten und Pläne will Dialog bei der Präsentation seiner Quartalszahlen für das zweite Semester am 23. Juli bekannt geben. 23. Juli – da war doch was? Richtig, denn nach Börsenschluss an der Wall Street wird auch Apple seine Bücher öffnen.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Marge auf dem Vormarsch

Fazit: Wer auf Dialog setzt, kauft sich viel Risiko aber mittel- bis langfristig auch ordentliche Chancen ein. Die Zahlen zum zweiten Quartal werden sicher noch kein Feuerwerk entfachen. Analysten der Commerzbank rechnen mit einem Umsatzrückgang von vier Prozent auf 153 Mio. Dollar und einem deutlichen Rückgang beim operativen Gewinn von 48 Prozent auf knapp sieben Mio. Dollar. Ab dem dritten Quartal dürfte es dann deutlich aufwärts gehen, die Erlösschätzungen liegen bei 210 Mio. Dollar. Die Commerzbank empfiehlt die Aktie zum Kauf, Kursziel 15 Euro, 37 Prozent über dem aktuellen Preis.

Sollte Apple mit besser als erwarteten Zahlen glänzen oder Produktankündigungen überraschen, von denen auch Dialog profitiert, dürfte der mit einem günstigen 2014er-KGV von unter zehn bewerteten Tech-Wert bereits früher durchstarten. Längerfristig sollte sich der Zukauf von iWatt mehr als bezahlt machen. Mit einem Stopp unter der wichtigen Unterstützung bei 7,40 Euro eine aussichtsreiche Position für spekulative Anleger. Wer lieber etwas defensiver einsteigen möchte, greift zu einem Discount-Zertifikat mit Cap knapp unter dem aktuellen Kurs bei zehn Euro. Die WKN DX01BX bietet bei einem Discount von 14,8 Prozent eine Maximalrendite von 8,2 Prozent oder 19,5 Prozent per anno. Laufzeitende ist im Dezember 2013. Mehr Rendite aber auch mehr Risiko bieten Capped-Optionsscheine. Mit der WKN DZJ84A sind bis Ende Juni 2014 rund 40 Prozent p.a. möglich, wenn die Dialog-Aktie zur Fälligkeit bei mindestens zehn Euro steht. Bei einem Kurs von acht Euro oder weniger droht hingegen der Totalverlust.

 

 

 

 

 

 

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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