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Deutsche Bank, Commerzbank – Fondsmanager meiden Bankaktien

Wenn 218 Fondsmanager, die ein Vermögen von rund 587 Mrd. Dollar verwalten, ihre Einschätzung zu den weiteren Aussichten an den Märkten mitteilen, sollte man genau hinhören. Die monatliche Fondsmanagerumfrage von Bank of America Merrill Lynch liefert dazu wertvolle Erkenntnisse.

Zwar setzen viele Strategen unverändert auf Aktien. Angesichts der sehr reifen Rally bei den Dividendenwerten, zunehmenden Wachstumssorgen und steigenden geopolitischen Risiken sind die Fondsmanager aber so vorsichtig wie seit Anfang 2013 nicht mehr. Der Cash-Bestand kletterte von 4,5 Prozent zu Jahresbeginn auf fünf Prozent – ein vergleichsweise hoher Wert. Übergewichtet sind in den Depots Papiere aus der Eurozone, Immobilienwerte, zyklische Konsumwerte und Industrieaktien. Versorger- und Energieaktien werden zugekauft, bei den zuvor beliebten Bankaktien ziehen sich die Profis hingegen zurück. Auch die Euro-Peripherie-Bonds fallen in Ungnade, über 35 Prozent halten die Anleihen für zu teuer. Deflationäre Risiken für die Euro-Zone sehen nur wenige Fondsmanager als größtes Risiko an. Die Gefahr von Zahlungsausfällen bei chinesischen Schuldnern führt eher zu schlaflosen Nächten. Deutlich zugenommen haben im Vergleich zur Vormonat auch die Ängste vor geopolitischen Risiken.

Schaut man auf den Dow Jones, könnte man meinen, dass die Laune am Aktienmarkt richtig gut ist. Das Aktienbarometer kletterte zuletzt auf neue Rekordhochs, die Rally läuft. Doch unter der Oberfläche sieht es alles andere als rosig aus. Bereits seit mehreren Wochen verabschieden sich die größeren Adressen aus den risikoreicheren Nebenwerten. Von den Umschichtungen profitierten zuletzt die Blue Chips, von daher überrascht auch nicht die Rekordjagd beim Dow Jones.

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Im marktbreiteren S&P 500 notieren die Aktien im Durchschnitt um rund acht Prozent unter ihrem 52-Wochen-Durchschnitt, beim Dow nur um rund fünf Prozent. Vor allem Aktien mit einer hohen Indexgewichtung wie Apple halten die Indizes oben. Ganz anders die Lage im Small Cap-Index Russell 2000 und dem Nasdaq Composite. Hier liegen die Papiere im Durchschnitt um rund 23 Prozent unter dem letzten Hochpunkt und laufen somit bereits in einem Bärenmarkt. Fazit: Die Rekorde beim Dow Jones spiegeln nicht die tatsächliche Lage an der Wall Street wider. Erst wenn auch die risikoreicheren Nebenwerte neue Verlaufshochs erzielen, kann von einer gesunden, marktbreiten Bewegung gesprochen werden.

Heißes Kapital wird abgezogen

Der Chart zeigt die Entwicklung der amerikanischen Small Caps im Russell 2000 (rot) und die Entwicklung der 1000 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung (Russell 1000, blau) in den vergangenen Jahren. Darunter ist die Relative Performance der beiden Aktienindizes dargestellt. Steigt die blaue Linie an, weisen die spekulativeren Small Caps eine Outperformance auf, Investoren gehen somit ein erhöhtes Risiko ein. Seit einigen Wochen kann eine deutliche Schwäche bei den kleinen Werten beobachten werden, die Linie weist entsprechend stramm Richtung Süden.

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Zieht man auch die Bewertungsseite mit in die Analyse ein, überrascht die zuletzt schwächere Performance der amerikanischen Nebenwerte nicht. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für den Russell 2000-Index beläuft sich aktuell auf rund 60. Vor einem Jahr wurde noch ein Faktor von 35 aufgerufen. Selbst die oft als risikoreich eingestuften Papiere im Nasdaq 100 werden nur mit einem KGV von rund 21 bewertet.

MDAX sticht den DAX aus

Blicken wir abschließend noch auf den heimischen Markt. Nach der Zahlenflut in der vergangenen Woche lohnt es sich, eine erste Bilanz zu ziehen. Bis zum Wochenauftakt öffneten rund 80 Prozent der Konzerne aus dem DAX und 70 Prozent der MDAX-Unternehmen ihre Bücher. Unter dem Stich fällt das Ergebnis bisher recht durchwachsen aus. Knapp 35 Prozent der DAX-Unternehmen übertrafen die Prognosen der Commerzbank, 43 Prozent erfüllten die Erwartungen. Die Ergebnisse sind schlechter als im ersten Quartal 2013 und liegen auch unter dem Durchschnitt der vergangenen sechs Quartale. Überzeugender fiel hingegen bisher der Zahlenreigen in der zweiten Reihe aus. Rund 41 Prozent der MDAX-Werte übertrafen die Erwartungen, ebenfalls 41 Prozent lagen innerhalb der Prognosen. Insgesamt ist die Ergebnisverteilung besser als im Vorjahreszeitraum und im Durchschnitt der vergangenen sechs Quartale. Die Performance der beiden Indizes spiegelt die Ergebnisse aber nicht wider. Während der DAX seit Jahresbeginn rund 0,3 Prozent zulegte, liegt der MDAX 1,6 Prozent zurück.

Weitere Charts sowie ein Blick auf den Buffett Indikator sehen Sie im charttechnischen Webinar vom vergangenen Dienstag. Um die Aufzeichnung zu sehen, bitte auf das Bild klicken.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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