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Deutsche Bank, Commerzbank, Daimler – kein gutes Umfeld

Die Bilanz kann sich wirklich sehen lassen: Nach fünf Monaten liegen mit Deutsche Post, E.ON, Lufthansa und RWE nur vier der 30 Blue Chips seit Jahresbeginn im Minus. Sogar die bisherigen Sorgenkinder Deutsche Bank und Commerzbank rückten prozentual zweistellig vor. Ein bisher sehr zuverlässiger Indikator mahnt aber zur Vorsicht.

So richtig kann oder will sich der DAX derzeit nicht entscheiden. Geht die Reise nach oben oder unten? Saisonal betrachtet sind die Vorzeichen nicht schlecht, erst im August und vor allem September neigen die Dividendenwerte zu einer ausgeprägten Schwächephase. Im Juni herrscht vielfach eine Pattsituation, der Juli zählt sogar mit zu den besten Börsenmonaten.

Zumindest in normalen Zeiten könnten sich Anleger an den statistischen Daten orientieren. Die leidigen Spekulationen um eine erste Zinserhöhung in den USA sowie die Causa Griechenland machen die Sache derzeit aber sehr kompliziert. Sollten die Zügel der US-Geldpolitik tatsächlich noch in diesem Jahr etwas angezogen werden, ist vor allem im Vorfeld mit stärkeren Schwankungen zu rechnen. Nimmt man allerdings die Marktreaktionen vor der letzten Zinserhöhung in 2004 und auch 1994 als Blaupause, sind größere Kursverluste nicht zu erwarten. Im Vorfeld haben die Aktienmärkte damals kaum reagiert, nach sechs Monaten verzeichneten S&P 500 sowie der DAX ein Minus von vier Prozent. Nach zwölf und 24 Monaten lagen die Indizes wieder klar im Gewinn. Die ersten Zinserhöhungen sind also unproblematisch. Ungemach an den Aktienmärkten ist erst zu erwarten, wenn die Notenbanken den Zinsbogen überspannen, weil es dann zu einer durch die restriktive Geldpolitik ausgelösten Rezession kommt. Ein solches Szenario ist nach der Verschuldungsorgie der vergangenen Jahre aber ohnehin nicht zu erwarten, hohe Zinsen wird es wohl vorerst nicht mehr geben.

Schwellenwert beachten

Zurück zum DAX und den 30 Indexmitgliedern. Charttechnisch gesehen kommt dem Mai-Tief um 11.170 / 11.200 eine Schlüsselrolle zu. Solange diese Marke hält (korrespondierend mit der 5650er-Schwelle beim Kurs-DAX), ist eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung in der Range 11.170 bis 11.880 zu erwarten. Die Tendenz ist bereits leicht negativ, weil der DAX ausgehend vom Rekordhoch Anfang April zuletzt eine Serie von fallendes Bewegungshochpunkten ausgebildet hat und inzwischen auch unter dem Monatsmittelwert notiert. Erst ein Sprung über 11.880 würde die laufende Konsolidierung beenden. Fällt der Index unter 11.170, liegen die nächsten Ziele bei 10.980, um 10.800 und 10.700 (Projektionsziel der ersten Abwärtswelle von 12.400 auf 11.200).

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Marktbreite schwindet

Zum Sommerbeginn ist das Marktumfeld für den DAX und die Blue Chips somit nicht als günstig zu bezeichnen. Dies zeigt auch eine Analyse des inneren Marktes. Mit Deutsche Börse, Fresenius Medical Care, Fresenius, Henkel, Infineon und SAP behaupten derzeit nur noch sechs Papiere ihre 21-Tage-Linie. Vor knapp zwei Wochen lag die Quote noch bei 80 Prozent (s. auch Verlauf unter Chart 2). Erfahrungsgemäß bietet sich auf der Long-Seite erst wieder ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis, wenn weniger als drei Blue Chips ihren Monatsmittelwert behaupten (zuletzt am 6. Mai). Etwas Korrekturpotenzial auf der Unterseite ist somit noch vorhanden.

Quelle: Captimizer

Quelle: Captimizer

Strategisch und somit langfristig ausgerichtete Investoren halten sich mit Neuengagements ohnehin zurück. Hier liefert die Anzahl der Aktien, die ihre vielbeachtete 200-Tage-Linie behaupten, wichtige Signale. Aktuell notieren nur E.ON, Lufthansa und RWE unter ihrem Mittelwert, während Allianz, Commerzbank, Deutsche Bank, Deutsche Post, Münchener Rück und Siemens auf der Kippe stehen. Bereits seit Ende Februar liegt die Quote der Blue Chips, die über ihrem 200-Tage-Durchschnitt laufen, mit mehr als 85 Prozent auf einem hohen Niveau. In der Vergangenheit gab es nur sehr selten eine so lange anhaltende extreme Ausprägung. Vorerst dürfte die Konsolidierung also anhalten.

Im Chart-Webinar sind wir noch einen wichtigen Schritt weiter gegangen und haben analysiert, wie weit der DAX in einem Crash-Szenario fallen könnte. Dies ist besonders für Anleger wichtig, die wegen der kaum noch  vorhandenen Zinsen über Deep-Discount und Deep-Bonus-Zertifikaten eine Festgeld-Alternative suchen. Um die Aufzeichnung zu sehen, einfach auf das Bild klicken. Die nächsten wie immer für Sie kostenlosen Webinare finden Sie hier in der Übersicht.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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