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DAX, S&P 500 – die Gefahren lauern am Währungsmarkt

Schon vor dem Jahreswechsel war eigentlich klar, dass auch in 2016 die Volatilität an den Märkten überdurchschnittlich hoch ausfallen wird. China, die Geldpolitik, eine schwache Marktbreite, der Ölpreis – zahlreiche Belastungsfaktoren drückten bereits Ende des vergangenen Jahres die Stimmung. Anleger sollten nun vor allem einen Chart im Blick behalten.

Optimisten verweisen derzeit noch gerne auf die Tatsache, dass der S&P 500 nur um rund elf Prozent unter seinem Rekordhoch notiert. Angesichts der Rally von 200 Prozent seit Frühjahr 2009 oder 80 Prozent seit Mitte 2011 wären die Gewinnmitnahmen auch kein Grund zur Besorgnis. Im Gegenteil, eine Bereinigung ist sogar wünschenswert und würde viele zittrige Hände aus dem Markt spülen. Allerdings hat die Sache seit Monaten einen großen Haken: Die wichtigsten US-Indizes halten sich vor allem wegen der Schwergewichte noch so gut, unter der Oberfläche sieht die Lage ganz anders aus.

Ähnlich wie beim DAX geben auch an der Wall Street die Dickschiffe die grundsätzliche Richtung vor: So bringen die fünf größten Unternehmen – Apple, Alphabet, Microsoft, Berkshire Hathaway und Exxon Mobil – rund zwei Bio. Dollar auf die Börsenwaage.

Indizes zeigen ein falsches Bild

Seit wenigen Wochen stehen nun auch die Schwergewichte unter Druck, nachdem bereits zuvor viel Kapital aus den anderen Werten angezogen wurde. Im Sommer 2014 notierte der S&P 500 auf einem ähnlichen Niveau wie derzeit. Damals behaupteten noch rund 80 Prozent der Aktien ihre 200-Tage-Linie, aktuell sind es nur noch 20 Prozent. Im Durchschnitt büßten die Schwergewichte um rund 23 Prozent ausgehend von ihrem 52-Wochen-Hoch ein, bei den mittelgroßen Papieren sind es 27 Prozent und die Small Caps notieren um gut 30 Prozent unter ihrem Hoch – ab 20 Prozent Abstand liegt ein Bärenmarkt vor.

Viele weitere Charts, u.a. zum Präsidentschaftszyklus im achten Jahr oder Statistiken, wann die US-Börsen einen Boden ausbilden, sehen Sie auch in der Aufzeichnung des Chart-Webinars:

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Die Übersicht mit Anmeldemöglichkeit zu den nächsten Chart-Webinaren finden Sie hier.

Yen gibt die Richtung vor

Für zusätzlichen Druck auf die Aktienmärkte sorgt die Auflösung von Carry Trade-Positionen. In den vergangenen Jahren hatten Investoren vor allem Kredite auf Yen-Basis aufgenommen, um mit dem Geld am US-Aktien und Anleihemarkt zu agieren. Lange Zeit funktionierte das Spiel sehr gut über Währungsgewinne und Kurszuwächse am Aktienmarkt.

Seit einigen Wochen stottert allerdings der Carry Trade-Motor. Die Wall Street spielt nicht mehr mit, immer mehr Aktien sind im Bärenmarkt. Zudem wertet der Yen auf, Investoren lösen daher verstärkt Carry Trade-Positionen auf. Der Chart verdeutlicht, welche Risiken vom Währungsmarkt drohen. Mit 117 Yen je Dollar steht das Devisenpaar im unteren Bereich einer seit Ende 2014 bestehenden Handelsspanne. Sollte der Kurs unter 115,50 Yen fallen, droht eine Schockwelle mit Ziel 106 Yen. Der mögliche Rückschlag von acht Prozent beim Währungspaar dürfte den S&P 500 schwer belasten und unter die letzten Haltemarken bei 1815 / 1865 Punkten drücken, womit zugleich eine gefährliche Rounding Top-Umkehrformation vollendet wäre. Dies hätte dann natürlich auch klar negative Auswirkungen auf den DAX und damit vor allem zyklische Papiere wie Daimler, K+S oder Dialog Semiconductor.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Noch aber ist dieses Szenario nur in den Köpfen der Pessimisten und nicht Realität. Beruhigt sich die Lage, könnte sich das aktuelle Kursniveau sowohl am Aktien- als auch am Devisenmarkt als sehr gute Ausgangslage für eine Gegenbewegung erweisen. Trader sollten die Marken nun genau im Auge behalten. Wer auf fallende Kurse beim S&P 500 setzen will oder Buchgewinne absichern möchte, wählt den Knock out Bear SG75V6 mit Hebel 2,5. Long-Positionen wie der Bull DE12N9 sind hingegen trotz der überverkauften Lage sehr riskant.

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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