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By 13. Januar 2017 0 Comments Read More →

DAX: Alarmglocke im Blick behalten

Nun beginnt die Berichtssaison und die Amtseinführung des neuen Präsidenten rückt näher. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Enttäuschungen und Gewinnmitnahmen, da das Erwartungspotenzial sehr hoch ist. Obwohl die Charttechnik und der „innere Markt“ positiv sind, empfehle ich die Entwicklung und auch die sehr geringe Volatilität zu beachten. Diese signalisiert große Sorglosigkeit der Anleger.

 

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

auch in der zweiten Handelswoche, und damit nur kurz vor der Amtseinführung des neuen US Präsidenten Trump, zeigen sich die Marktteilnehmer unbeeindruckt. Ähnlich gering wie in den vergangenen Wochen ist nach wie vor die Neigung zu Gewinnmitnahmen an den globalen Börsen. Von Nervosität und Anspannung ist nichts zu verspüren, was Sie u.a. an der sehr geringen Volatilität erkennen können. Ganz im Gegenteil notiert das Angstbarometer der impliziten Vola sogar auf rekordverdächtig geringem Niveau.

Die Vola wird gerne als Gradmesser der Nervosität bezeichnet und ist ein wichtiger Bestandteil der Preisberechnung für die Absicherung eines Portfolios. Denn je geringer die Vola, desto günstiger ist der Preis einer Option, z.B. eines Puts zur Absicherung. Oder umgekehrt könnte man sagen, je tiefer die Vola, desto geringer das Interesse der Anleger an einer Depot-Versicherung. Und desto größer die Sorglosigkeit und die Risikobereitschaft. Genau deshalb werden überhitzte Marktphasen wie die aktuelle auch von sehr geringer Volatilität begleitet. Verliert dann jedoch der Aufwärts-Impuls an Dynamik und setzen die ersten Gewinnmitnahmen ein, schießt die Vola sofort nach oben. Die Nervosität und die Angst wird größer, bis in der Region von etwa 30 die so genannte „Panikglocke“ geläutet wird

Sehr geringe Nervosität trotz steigender Risiken

Wie Ihnen der gelassene P & F Chart zeigt, sind wir von diesem Niveau (Panik) jedoch meilenweit entfernt und die Sorgen der der Anleger sind ungewöhnlich gering.

Dies zeigt Ihnen die nach unten wandernde 0-Spalte ganz rechts und ebenfalls die negative Widerstandsgerade der P & F Technik. Mittlerweile wurde sogar die sehr hartnäckige Unterstützung bei 11,5 unterschritten.

Bitte behalten Sie in den kommenden Tagen die Vola gut im Blick. Denn nicht nur die beginnende Berichtssaison, sondern auch die Amtseinführung von Mr. Trump könnte zu Enttäuschungen und Gewinnmitnahmen der Anleger führen. Immerhin sind die Erwartungen sehr groß und damit das Enttäuschungspotential bzw. die mögliche Fallhöhe hoch. Ich will hier wirklich nicht „schwarz malen“, die Erfahrung zeigt aber, dass wir mittelfristig gute Kaufgelegenheiten bei hoher Vola und gute Verkaufsgelegenheiten bei sehr tiefer Vola vorfinden.

Erstaunlich finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass sich mit dem heimischen DAX und dem chinesischen Index auch diejenigen Börsen gut entwickeln, die möglicherweise infolge der Leitlinie von Mr. Trump „America First“ in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn was bezüglich Exportüberschüssen und freiem Warenverkehr gut für Amerika ist, muß nicht unbedingt günstig für eine exportlastige Wirtschaft wie die deutsche sein. Vor allem was die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China angeht gehe ich davon aus, dass die Marktteilnehmer heute viel zu optimistisch sind. Immerhin hat Trump im Wahlkampf den Chinesen mehrfach unlautere Wettbewerbsvorteile in der Handels-und Devisenpolitik vorgeworfen. Das Risiko für einen Handelskrieg zwischen den USA und China und einer Eintrübung der Handelsbeziehungen mit Deutschland halte ich für hoch. Die mittlerweile doch sehr überhitzte Ausgangslage im DAX ist insofern korrekturanfällig.

DAX zeigt Chartmuster der Überhitzung

Wie schon angedeutet, gibt es handfeste Argumente den jüngsten Hausse-Impuls mit wachsender Vorsicht zu begleiten. Immerhin liegt eine historische Rallye von etwa 1.100 Punkten hinter uns, wobei dem vorsichtigen Investor schon etwas schwindelig werden kann. Eine gewisse Höhenangst ist also durchaus angebracht, sowohl aus technischen als auch aus psychologischen Gründen wegen des Stabwechsels im Weißen Haus.

Die außergewöhnliche Intensität der Rallye der vergangenen Wochen zeigt Ihnen eindrucksvoll der gelassene P & F Chart, der die Formation „Long Tail Up“ zeigt. Diese wird nur selten in dieser Größe in einem Index gebildet und hat aktuell eine Länge von 23 ausgefüllten Kästchen.

Bitte beachten Sie aber dennoch den intakten Aufwärtstrend und die aufsteigende-Trendgerade. Vor allem aber die wachsende Dynamik in Form der langen X-Achse, die sich nach dem Durchbruch am entscheidenden Widerstand bei etwa 10.800 Punkten gebildet hat. Eine derartig kraftvolle X-Achse mit 23 ausgefüllten Kästchen können wir leider nur selten beobachten. Die Formation will ich als historisch bezeichnen und als Erinnerung daran, dass ein Markt länger überkauft sein kann, als dies vernünftig wäre. Nicht ohne Grund hat die aktuelle Formation im DAX den Namen „Long Tail Up“, der auf eine starke Überhitzung deutet.

Natürlich kann ihnen kein Mensch vorhersagen, ob der DAX noch die nächste Hürde bei 12.000 Punkten erfolgreich angreift oder bereits früher in eine Konsolidierung eintritt. Im Augenblick wäre es völlig normal, wenn der DAX etwa zwei Drittel des jüngsten Impulses wieder abgeben würde. Seien Sie also vorsichtig in den kommenden Handelstagen und beachten Sie Ihre Stopp-Positionen.

Bitte beachten Sie meinen Gratis-Börsenbrief und das Gratis-E-Book zur P & F Technik, falls Sie sich für die Technik des „Inneren Marktes“ interessieren.

Viel Erfolg mit Ihren Positionen und herzliche Grüße aus dem Rheinland,

Ihr Klaus Buhl

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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