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Daimler, VW, BMW – Kampf um Pole Position scheint entschieden

Die drei Autoaktien zeigten in diesem Jahr ein recht unterschiedliches Bild. Zum Jahresschluss scheint auch der bisherige Spitzenwert Daimler dem Tempo des DAX nicht mehr folgen zu können. Eine Analyse mit Investmentideen.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Auch an der Börse kann es teuer werden, wenn man als Anleger zu früh auf eine Trendwende setzt. Entsprechend vorsichtig sollten auch die neuen Zahlen zum europäischen Automarkt interpretiert werden. Nach Angaben des Branchenverbandes ACEA legten die Neuzulassungen zum ersten Mal seit September 2011 den zweiten Monat in Folge zu. Im Oktober wurden demnach in der Europäischen Union rund eine Millionen Fahrzeuge verkauft, ein Zuwachs von 4,7 Prozent. Vor allem in Spanien laufen die Geschäfte wieder besser, dass kräftige Plus  von mehr als 30 Prozent verdankt die Branche aber besonders der staatlichen Abwrackprämie. Unter den heimischen Herstellern verzeichnete Daimler mit einem Zuwachs von gut sieben Prozent den stärksten Sprung, VW setzte knapp sechs Prozent mehr Autos ab. BMW erzielte hingegen nur ein minimales Wachstum.

Ähnlich wie das Absatzwachstum im Oktober entwickelten sich auch die Kurse der drei Konzerne seit Jahresbeginn. Nachdem die Daimler-Aktie in den vergangenen Jahren nur die Rücklichter sah, läuft es zumindest seit Januar deutlich besser. Der Chart zeigt die Performance von Daimler (schwarz), VW (blau) und BMW (rot). Die Outperformance der Daimler-Aktie begann im Februar, seitdem werden die Stuttgarter von Investoren bevorzugt. Vor allem während der Aufwärtsimpulse im April / Mai sowie Ende Juni  bis Juli entwickelte sich Daimler wesentlich besser und liegt aktuell rund 45 Prozent vorne. BMW und VW kommen hingegen nur auf einen Zuwachs von 15 bzw. 13 Prozent, wobei VW nach dem Kursanstieg von Ende Oktober über eine höhere Relative Stärke und somit ein stärkeres Momentum verfügt. Im ersten Teil werfen wir einen Blick auf das Kursbild von Daimler, in den kommenden Tagen folgen VW und BMW.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Gegenüber dem DAX punktet die Aktie besonders seit der Korrektur Mitte April. Im Chart sehen Sie die relative Performance von Daimler gegenüber dem Leitindex. Steigt die Linie, fuhren Anleger mit der Aktie besser als mit dem DAX. Bis Mitte September blieb die Dynamik deutlich höher, erst seit wenigen Wochen scheint das Dividendenpapier dem Anstiegstempo des breiten Marktes nicht mehr folgen zu können. Allerdings könnte die Aktie in den restlichen Wochen des Jahres von der starken Entwicklung seit Jahresbeginn profitieren. Stichwort: Window Dressing. Instiutionelle Investoren kaufen vor allem Papiere, die gut gelaufen sind, um die “Gewinneraktien” im Verkaufsprospekt ausweisen zu können.

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Charttechnik – Ausgangslage:

Die Daimler-Aktie befindet sich in einer klaren Aufwärtsbewegung. Steigende Bewegungstiefpunkte und korrespondierende Hochpunkte sprechen zunächst für einen intakten Trend. Allerdings zeigt der Tagesverlauf der vergangenen Wochen eine abflachende Dynamik, seitdem die Aktie die Schwelle von 60 Euro und somit das Jahreshoch aus 2011 erreichte. Die Extrempunkte auf der Ober- und Unterseite können mit Trendlinien zu einem Keil verbunden werden. Aktuell läuft die Aktie die südliche Begrenzung dieser Formation an. Verstärkt wird der Nachfragebereich durch die 55-Tage-Linie, die sich bereits seit Juni mehrfach als guter Signalgeber zum Einstieg erwies. Zur Vorsicht mahnt seit einigen Monaten der MACD. Während die Aktie kontinuierlich neue Bewegungshochpunkte markierte, wurden diese durch den trendfolgenden Indikator nicht mehr bestätigt (eine sgn. multiple negative Divergenz).

Charttechnik – Prognose:

Die Signale des MACD sprechen eher für einen Rücksetzer unter die Kombination aus 55-Tage-Durchschnitt und unterer Aufwärtstrendlinie bei derzeit 58 Euro. Der Keil würde somit einen bearischen Charakter aufweisen, ein größerer Kurseinbruch ist dank zahlreicher Unterstützungen aber eher unwahrscheinlich. Eine erste Haltemarke liegt um 56 / 57 Euro, darunter wäre um 50 / 51 Euro mit stärkerer Nachfrage zu rechnen, zumal hier auch die 200-Tage-Linie verläuft. Vorgelagert ist auch der Bereich um 53 Euro erwähnenswert, da auf diesem Niveau in der Vergangenheit zahlreiche Transaktionen abgewickelt wurden. Entsprechend steigt das Umsatzgebirge an. Der bis Anfang 2009 zurückreichende langfristige Aufwärtstrend verläuft bei 42 Euro und schneidet aktuell eine horizontale Unterstützung. Sollte die Aktie hingegen deutlich über 62 Euro und somit das bisherige Jahreshoch ausbrechen, lassen sich  aus einigen Bewegungsumkehrpunkten aus 2007 Orientierungsmarken bei 65 und 70 Euro ableiten. Die hellgrün eingezeichnete obere Aufwärtstrendlinie liefert zugleich eine wertvolle Orientierung und dürfte einer kräftigen Rally entgegenstehen.

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Anlagealternativen:

Solange die Aktie nicht nachhaltig ein neues Bewegungshoch etabliert, drängt sich ein Kauf nicht auf. Erst mit prozyklischen Signalen sollten Neueinsteiger auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung setzen, wobei der Stoppkurs angesichts des inzwischen recht reifen Trends eng unter die genannten Unterstützungen gesetzt werden sollte. Bei einer positiven Entwicklung können spekulative Anleger auch auf Knock-out Bull-Papiere setzen. So bietet Vontobel unter der WKN VT95X0 ein Papier mit Basis- und K.o. bei 49 Euro, der Hebel liegt aktuell bei 5,1.

Knapp 29 Prozent p.a. verspricht hingegen ein Capped-Call auf Daimler (WKN: BP26GU). Voraussetzung ist, dass die Aktie zum Stichtag 20. Juni 2014 auf oder über 50 Euro notiert. Die Chancen sind durchaus gegeben, denn bei 56 und um 50 / 51 verlaufen wichtige Unterstützungen. Aktuell liegt der Abstand zum Cap bei rund 16 Prozent. Die kritische Schwelle, ab der ein Totalverlust eintreten würde, liegt bei 45 Euro und somit auf Höhe des langfristigen Aufwärtstrends, der bis zum Laufzeitende aber noch deutlich ansteigt.

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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