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Commerzbank: 0 Prozent, Infineon: 3000 Prozent

Seit März 2009 schraubte sich der DAX Performance-Index um 230 Prozent in die Höhe, für den Kurs-Index steht ein Zuwachs von 170 Prozent in den Büchern. Reinvestierte Dividenden spielen somit eine große Rolle. Doch im langfristigen Vergleich legten vor allem Aktien zu, die keine hohe Verzinsung bieten.

 

 

„Sell in May and go away“ zählt zu den bekanntesten Börsenregeln. Auch in diesem Jahr finden sich wieder zahlreiche Beiträge, in denen auf die Weisheit hingewiesen wird. Gerade nach der beispiellosen Rally im ersten Quartal könnten einige investierte Anleger die statistisch eher unruhige Phase zum Anlass nehmen, um sich von ihren Positionen zu trennen. Die seit Mitte März laufende Konsolidierung beim DAX lässt bereits solche Umschichtungen erahnen. Papiere wechseln von den starken in die schwachen Hände. Da dies natürlich sehr marktschonend erfolgen muss, bleiben größere Kursrücksetzer aus. So trennte sich der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock Mitte April von einem 4,2 Mrd. Euro schweren Paket an BASF. Andere Investoren zogen in den vergangenen Wochen rund 3,2 Mrd. Euro aus dem größten börsennotierten ETF ab, der mit deutschen Aktien unterlegt ist.

Was passiert unter der Oberfläche?

Anders formuliert: Sell in May wurde bereits um einige Wochen vorgezogen, ohne das es zu einer größeren Korrektur am Aktienmarkt kam. Der DAX büßte seit dem Rekordhoch vom 10. April bei 12.390 lediglich um knapp fünf Prozent ein. Nur drei Werte, E.ON, SAP und Daimler legten seitdem zu, 17 Blue Chips verzeichneten hingegen Verluste von mehr als fünf Prozent. Besonders schwer wiegen allerdings die Abschläge bei den Indexschwergewichten Bayer und Allianz von rund 8,5 Prozent. Hingegen entwickelte sich der US-Aktienmarkt etwas besser, hier zeichnet sich möglicherweise ein Favoritenwechsel ab.

Schaut man etwas genauer in die Statistik, finden sich durchaus Signale, dass die „Sell in May“-Regel auch 2015 wieder greifen könnte. Während der Dow Jones in einer Durchschnittsberechnung seit 1946 kaum Auffälligkeiten liefert, zeigt der saisonale Verlauf seit 1998 eine klare Umkehrbewegung ab Anfang Mai. Die Kursschwäche zwischen Anfang Mai bis Ende Oktober ist also vor allem ein Phänomen, das erst seit rund 20 Jahren verstärkt gilt. Eine klassische selbsterfüllende Prophezeiung.

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Sportliche KGVs

Auch in diesem Jahr könnten Skeptiker genügend Gründe anführen, um die Kurse nach unten zu reden. Mit einem 2016er-KGV von knapp 15 ist der DAX inzwischen so teuer wie seit gut zehn Jahren nicht mehr. Noch extremer ist die Lage in der zweiten Reihe. Mit einem Faktor von 19 liegt der MDAX weit über dem Durchschnitt der vergangenen 17 Jahre von 14. Gesunde Gewinnmitnahmen wären daher im Sinne einer Marktbereinigung sicherlich wünschenswert, zumal einige Aktien in den vergangenen Jahren kräftig an Wert gewonnen haben. Infineon, Continental und VW stehen mit einer Performance von 3000, 1700 und 800 Prozent seit dem 6. März 2009 auf dem Siegertreppchen. Ganz unten rangieren hingegen die beiden Versorger. Auch für die Commerzbank-Aktie muss ein schwaches Fazit gezogen werden. Am 6. März 2009 kosteten die Papiere 13,55 Euro, gestern wurden 12,18 Euro aufgerufen.

„Sell in May“ war ein Schwerpunkthema im gestrigen Chart-Webinar. Natürlich haben wir auch einige frische Signale der US-Indizes ausgewertet und Kurszielprognosen für DAX, S&P 500, Commerzbank, Barrick Gold, Daimler, Allianz usw… erstellt. Einfach auf das Bild klicken:

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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