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BMW, BASF, ThyssenKrupp – Fluch und Segen für den DAX

Die Wahrheit ist manchmal bitter: Während einige Experten noch von einer Pause im Bullenmarkt reden, zeigen die Charts eine ganz andere Ausgangslage. Mit 9580 Punkten steht der DAX auf einem ähnlichen Niveau wie im Dezember 2013. Anleger, die seitdem dabei sind, haben also nichts mehr verdient. Und es könnte noch schlimmer kommen.

Eigentlich ist das Umfeld für Aktien weiterhin sehr gut: Die Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken ist unverändert als sehr expansiv einzuordnen. Zudem sind die Zinsen am Anleihemarkt im Keller, es gibt kaum sinnvolle Anlagealternativen. Doch diese trügerische Sicherheit dauert bereits seit mehreren Jahren an. Während die Rohstoffpreise unmissverständlich eine schwache Weltwirtschaft anzeigen, markierten wichtige Indizes wie der S&P 500 und der DAX im vergangenen Jahr noch frische Bestmarken. Hier kann etwas nicht stimmen.

Seit wenigen Wochen läuft nun der schmerzhafte Anpassungsprozess – in China mit erhöhter Schlagzahl. Auch der DAX ist überdurchschnittlich stark unter die Räder gekommen, wie die Performance-Übersicht mit weiteren ausgewählten Kennzahlen deutlich zeigt.

Quelle: Index Radar

Quelle: Index Radar

 

Mit seinen vielen exportabhängigen Unternehmen reagiert der heimische Leitindex besonders sensibel konjunkturelle Wassermeldungen. Brummt die Wirtschaft, zeigt der Markt häufig eine Outperformance, kippt die Stimmung, stehen die Blue Chips stark unter Druck. Während im europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 rund 35 Prozent der Papiere dem defensiven Sektor zugeordnet werden können, ist der DAX deutlich konjunktursensibler aufgestellt. Zyklische Aktien machen rund 55 Prozent aus, deutlich mehr als beim französischen CAC 40, dem Euro Stoxx 50 oder dem italienischen MIB. Besonders die chinesische Wirtschaft spielt inzwischen für die heimischen Unternehmen eine wichtige Rolle. China steht für rund 6,6 Prozent der deutschen Exporte, dies sind ungefähr 2,5 Prozent vom heimischen BIP. Zur Einordnung: In Frankreich, Spanien und Italien liegt die Quote mit 0,5 Prozent wesentlich tiefer. Von großer Bedeutung ist daher auch der Euro: Fällt die Gemeinschaftswährung nach der jüngsten Atempause weiter in Richtung Parität, würde dies die Wettbewerbssituation der heimischen Unternehmen verbessern.

Abgerundet mit den charttechnischen Perspektiven ergibt sich damit eine explosive Ausgangslage, die wir gestern im Chart-Webinar ausführlich besprochen haben. Wie tief könnten die Märkte fallen – hier geht es zur Aufzeichnung:

webinar

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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