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Apple – Icahn verleiht neue Kursfantasie

Erst vor wenigen Tagen wurde Apple bei Interbrand zur wertvollsten Marke gekürt. Viel wichtiger sind aber die ehrgeizigen Pläne von Großinvestor Carl Icahn. Chancen und Risiken in der Chartanalyse.

 

13 Jahre lang führte Coca-Cola beim Beratungsunternehmen Interbrand die Liste der wertvollsten Marken an. Doch jede Serie hat einmal ein Ende. Im neuen Ranking eroberte Apple den Spitzenplatz, der Wert der Marke legte um 28 Prozent auf 98,3 Mrd. Dollar zu. Google sicherte sich mit einem Zuwachs von 34 Prozent auf 93,3 Mrd. Dollar Platz zwei, Coca-Cola muss ich mit dem Bronzerang zufriedengeben (79,2 Mrd. Dollar Markenwert).

Ein netter Erfolg. Kursbewegender dürften aber neue Nachrichten von Carl Icahn sein. „Hatte vergangene Nacht ein nettes Abendessen mit Tim Cook. Wir haben auf einen 150-Milliarden-Rückkauf gedrängt“ – diese Zeilen twitterte der Großinvestor vor wenigen Stunden. Mitte August war Icahn beim iPhone-Hersteller eingestiegen, eigenen Angaben zufolge hält er Apple-Aktien im Wert von rund zwei Mrd. Dollar. Icahn ist bekannt dafür, mit recht aggressiven Kampagnen Unternehmen zu höheren Ausschüttungen zu drängen. Meist zieht dabei auch der Aktienkurs an. So auch bei Apple. Als bekannt wurde, dass Icahn bei Apple eingestiegen ist, legte die Aktie um sieben Prozent zu. Auf die jüngste Twitter-Meldung reagierte der Kurs mit einem Zuwachs von zwei Prozent.

Der Geldschatz von Apple weckt bereits seit Jahren Begehrlichkeiten bei Investoren. Ende Juni belief sich der Wert auf 146,6 Mrd. Dollar (rund 108 Mrd. Euro). Konzernchef Tim Cook will über Dividenden und Aktienrückkäufe bis 2015 rund 100 Mrd. Dollar ausschütten. Icahn drängt auf eine höhere Summe. Ende offen. In drei Wochen wollen sich Cook und Icahn erneut zusammensetzen.

 

Charttechnik – Ausgangslage

Im Kursbild sehen Sie den Verlauf der Apple-Aktie ausgehend vom bisherigen Rekordhoch bei gut 700 Dollar. Im April und Juni bildete der Wert einen Doppel-Boden aus, wobei auch die Umsatzentwicklung zur Chartformation passt. Während das Volumen beim ersten Rücksetzer im April kräftig anstieg, lagen die Umsätze Ende Juni deutlich tiefer. Es gab somit kaum noch Anleger, die verkaufen wollten. In der bis Mitte August laufenden Erholung sprang die Aktie über die Nackenlinie der Formation sowie den 100-und 200-Tage-Durchschnitt. Bei gut 510 Dollar endete die Rally und es kam Mitte September zu einem Retest der Nackenlinie bei 450 Dollar. Von diesem Niveau prallte die Aktie nach oben ab.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Charttechnik – Prognose

Trotz der zuletzt erzielten Erfolge befindet sich die Aktie übergeordnet weiterhin in einem Korrekturmodus. Bisher scheiterte der Wert am 50 Prozent-Retracement der Abwärtsbewegung von 700 auf 384 Dollar. Erst wenn die Aktie das 61,8er-Niveau bei 558 oder noch besser die 76,4er-Marke bei 610 Dollar zurückerobert, kann auch formal die Konsolidierung als beendet betrachtet werden.

Dennoch ergeben sich natürlich auf dem aktuell ermäßigten Niveau berechtigte Chancen auf eine weitere Erholung, zumal Technologieindizes wie der Nasdaq 100 und Nasdaq Composite seit einigen Wochen mit relativer Stärke auffallen. Damit das bullische Bild erhalten bleibt, darf die Aktie nun nichtmehr unter das letzte Korrekturtief (entsprechend dem 50 Prozent-Fibonacci-Niveau der Aufwärtsbewegung von Juni bis August) bei rund 445 Dollar zurückfallen. Ein erneuter Rücklauf und somit auch Test der Nackenlinie wäre als klares Zeichen der Schwäche zu werten und würde bei einem Bruch  zu Verlusten bis mindestens 420 Dollar führen. Die Käufer müssen nun liefern und den Wert zügig über das jüngste Verlaufshoch bei 512 Dollar handeln. Weiteres Potenzial auf der Oberseite ist durchaus noch vorhanden. Aus der Höhe des Doppel-Bodens lässt sich ein theoretisches Kursziel von 550 Dollar ableiten.

 

Anlagealternativen

Die Aussicht auf ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm sowie Dividende sprechen klar für einen Direkteinstieg. Derivate bieten hingegen für defensivere oder risikobereitere Anleger interessante Möglichkeiten. Wer kurzfristig der Apple-Aktie nur eine Seitwärtsbewegung zutraut und nicht mehr mit einem Rücksetzer unter 430 Dollar rechnet, sollte sich einen Capped-Call der BNP anschauen (WKN: BP8V6G). Der Schein hat einen Cap bei 430 Dollar und somit rund elf Prozent unter dem aktuellen Niveau. Liegt die Aktie am Bewertungstag, dem 21. März 2014 auf oder über diesem Niveau, erzielen Anleger eine Maximalrendite von 21 Prozent oder 43 Prozent p.a. (Wechselkurs 1,35 USD). Ein Totalverlust droht ab einem Kurs von 380 Dollar – dies entspricht dem Jahrestief.

Anleger, die gerne etwas sportlicher agieren möchten, greife zu einem Knock Out Bull der UBS (WKN: UA8GLJ). Basispreis und KO liegen bei 400 Dollar und somit noch deutlich unter den Haltebereichen bei 450 und 420 Dollar. Kursveränderungen der Aktie werden aktuell mit einem Hebel von 5,6 verstärkt, der Spread liegt bei 0,3 Prozent, die Laufzeit endet am 21. März 2014. Sollte die Apple-Aktie auf rund 550 Dollar steigen, legt der Schein um ungefähr 65 Prozent zu.

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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