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Apple, Facebook, Tesla – Brisante Signale aus den USA

Abgesehen von den Tech-Werten behaupten sich die wichtigsten Aktienmärkte noch in Schlagweite zu ihren Rekordständen. Klassische Warnsignale sind noch nicht zu erkennen. Aber unter der Oberfläche sieht es bei einigen exotischeren Indizes schon anders aus.

Wenn für Aktien Kurs-Gewinn-Verhältnisse von mehr als 400 aufgerufen werden, ist eine Korrektur nur eine Frage der Zeit. Bei einigen US-Biotechwerten wurden solche Bewertungsrelationen vor wenigen Wochen aufgerufen, seitdem setzte ein erster Abverkauf ein. Zeitweise notierten Indizes wie der Nasdaq Biotech oder Nasdaq Internet-Index um gut 20 Prozent unter ihren jüngsten Hochs und somit an der Schwelle zu einem Bärenmarkt. Die Verunsicherung schwappte zuletzt auch auf die Standardwerte über.

Klare Schwächesignale liegen in den richtungsweisenden US-Indizes aber noch nicht vor, die Aufwärtstrends sind intakt. Unterhalb der oft im Fokus stehenden Indizes mehren sich aber inzwischen die Warnsignale. Kapital wird verstärkt aus eher risikoreichen Werten abgezogen und in Blue Chips teilweise reinvestiert.

Weniger Risiko ist Trumpf

Der erste Chart zeigt die Entwicklung der amerikanischen Small Caps im Russell 2000 (rot) und die Entwicklung der 1000 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung (Russell 1000, blau) in den vergangenen Jahren. Darunter ist die Relative Performance der beiden Aktienindizes dargestellt. Steigt die blaue Linie an, weisen die spekulativeren Small Caps eine Outperformance auf, Investoren gehen somit ein erhöhtes Risiko ein. Seit einigen Wochen kann eine deutliche Schwäche bei den kleinen Werten beobachten werden, die Linie weist entsprechend stramm Richtung Süden. Eine ähnliche Situation lag Mitte 2011 vor, als die breiten Aktienmärkte vor ihrer letzten größeren Korrektur standen.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Ähnlich Signale sind auch bei den klassischen zyklischen Aktien zu beobachten. Papiere aus der Software-, Maschinenbau-, Transport- oder Automobilbranche entwickeln sich ebenfalls seit einigen Wochen schwächer als Aktien aus dem Pharma-, Versorger oder Nahrungsmittelsektor. Im zweiten Chart ist neben dem S&P 500 in Grün die Relative Performance der zyklischen Werte im Vergleich zu den nicht-zyklischen Papieren zu sehen (blaue Linie). Laufen die Zykliker besser, steigt die blaue Linie, während eine bessere Performance der eher defensiven nicht-zyklischen Aktien durch eine fallende Linie dargestellt wird. Die Markierungen in den vergangenen Jahren zeigen deutlich, dass besonders dann Vorsicht angebracht ist, wenn sogenannte Divergenzen vorliegen. Bildet der S&P neue Hochpunkte aus, während gleichzeitig das Ratio der zyklischen zu den nicht-zyklischen Aktien niedrigere Hochpunkte ausbildet, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur. Ein gutes Beispiel lieferte der Chart auch hier in der ersten Jahreshälfte 2011. In den vergangenen Wochen zeigten die zyklischen Papiere ebenfalls eine deutliche Schwäche, entsprechend deutlich fällt die Linie abwärts, währen der breite Aktienmarkt neue Rekorde erzielte.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Die Würfel werden bald fallen

Beide Charts senden erste Hinweise, dass strategische Investoren bei den spekulativen Werten an der Wall Street Gewinne realisieren. Bisher fließt das Geld zumindest teilweise in die Blue Chips. Die Vergangenheit lehrt aber, dass die Schwächesignale aus den kleineren Indizes früher oder später auch auf den breiten Gesamtmarkt durchschlagen.

Auch beim flüchtigen Blick auf den klassischen Kursverlauf des DAX sind derzeit noch keine Umkehrsignale zu erkennen. Neben der klassischen Indexanalyse lohnt sich immer ein Blick unter die Oberfläche. Mit der Trendstärke-Matrix  ist eine schnelle Einschätzung der aktuellen Relativen Stärke aller 30 DAX-Aktien möglich. Jedes Indexmitglied wird über einen Balken repräsentiert, der Informationen über den mittelfristigen Trend liefert. Verläuft der Vier-Wochen-Durchschnitt (21-Tage-Linie) steigend, liegt ein kurz- bis mittelfristiger Aufwärtstrend vor, die Balkenfarbe ist grün gefärbt. Aktien in einem Seitwärtstrend werden mit grauen Balken dargestellt, während rote Markierungen einen fallenden Trend signalisieren.

Die Matrix ist so entwickelt, dass kleinere Schwankungen nicht gleich zu einer Änderung der Balkenfarbe führen. Erst wenn der Mittelwert der vergangenen vier Handelswochen deutlich zu fallen beginnt, schwenkt die Börsenampel um.

Nach der Aufwärtsbewegung bei Allianz, Bayer und BASF müssen mit Siemens und SAP neue Dickschiffe die Führung übernehmen, um den Markt weiter nach oben zu treiben. Die Papiere des Mischkonzerns zeigten zuletzt eine klare Aufwärtsdynamik, allerdings reichte diese bisher noch nicht für einen Trendwechsel auf der mittelfristen Ebene aus. Zudem nimmt die Relative Stärke seit zwei Tagen wieder deutlich ab. SAP befreite sich zwar aus dem Abwärtstrend, von der Aktie gehen aber nach wie vor keine positiven Impulse aus. Vielmehr leidet der Softwarekonzern ähnlich wie die richtungsweisenden US-Technologie- und Nebenwerte unter anhaltenden Kapitalabflüssen. Auch die anhaltende Schwäche der Bank-Aktien sollte als Warnsignal verstanden werden.

DAX_RSL

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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