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Apple: Ausverkauf – jetzt einsteigen?

Gefühlt beginnt jeder Analyse zur Apple-Aktie mit den Wörtern “neuer Rekord”. Entweder werden Bestwerte beim Gewinn, Umsatz oder Absatz gefeiert, oder die Aktie klettert auf neue Hochs. Zuletzt kippte aber die Stimmung, sowohl die Bilanz als auch die Kursentwicklung konnten nicht überzeugen.

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die hohen Erwartungen der Analysten an das Zahlenwerk von Apple nicht mehr ganz erfüllt werden. Keine Frage, ein Unternehmen das mit rund 650 Mrd. Dollar an der Börse bewertet ist, muss diesen Betrag auch mit steigenden Gewinnen und einer aussichtsreichen Produktpipeline rechtfertigen.

iPhone als Zünglein an der Waage

Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet bei Apple vor allem die Nachfrage nach dem iPhone. Im zweiten Quartal entfielen rund 63 Prozent des Gesamtumsatzes auf das Smartphone. Die Profite weist der Konzern nicht aus, Schätzungen zufolge dürfte der Anteil am Nettogewinn aber bei 80 bis 90 Prozent liegen. Gerade der chinesische Aktienmarkt ist für Apple wichtig, hier verdoppelte sich zuletzt der Umsatz, rund ein Viertel der Erlöse werden im asiatischen Riesenreich generiert. Nach Meinung des Marktforschungsunternehmen Canalys spielten zuletzt Xiaomi und Huawei ihren Heimvorteil aus und verdrängten Apple auf den dritten Platz.

Solange das iPhone gefragt bleibt, klingelt bei Apple die Kasse, dreht der Wind, drohen herbe Enttäuschungen. Etliche Analysten hoffen daher schon lange auf einen ähnlichen Kassenschlager, damit das Risiko breiter gestreut wird. Die Apple Watch scheint den hohen Erwartungen aber nicht gerecht zu werden.

Nasdaq 100 leidet ebenfalls

Einige Investoren scheinen nun nervös zu werden und realisieren ihre Buchgewinne. Seit Sommer 2013 kletterte der Kurs um rund 140 Prozent. Allerdings scheiterte die Aktie wie auch der Gesamtmarkt seit Februar mehrfach mit einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite. Mehrere Anläufe an die Marke von 133 Dollar verliefen erfolglos, ausgehend vom letzten Test am 21. Juli büßte die Aktie inzwischen um rund 13 Prozent ein. Wegen der hohen Indexgewichtung von 14 Prozent im Nasdaq 100 und knapp 4 Prozent im S&P 500 hat die Kursschwäche der Apple-Aktie zugleich Auswirkungen auf die US-Indizes.

Bemerkenswert ist vor allem der kräftige Anstieg bei den Umsätzen während der jüngsten Schwächephase. Nachdem die Aktie am Montag erstmals seit Herbst 2013 wieder unter die 200-Tage-Linie rauschte und zugleich auch die Unterstützung bei 119 Dollar unterboten wurde, haben sich offenbar auch einige größere Investoren zurückgezogen. Das Tagesvolumen sprang auf 12,6 Mrd. Dollar, der 3-Monats-Durchschnitt liegt nur bei 5,3 Mrd. Dollar.

Das Kaufsignal zum Verkaufssignal

Besonders der 200-Tage-Durchschnitt steht bei amerikanischen Anlegern im Mittelpunkt. Aber ist die negative Reaktion auch gerechtfertigt – könnte der kräftige Volumenanstieg auch auf einen Ausverkauf deuten? Statistisch ist dies durchaus möglich. Nach Berechnungen von Bespoke Investment hat die Apple-Aktie seit 1983 neun Mal die 200-Tage-Linie unterschritten, nachdem sie zuvor mindestens sechs Monate darüber notierte. Danach kam es in der ersten Woche zu Verlusten, anschließend meldeten sich aber wieder die Käufer zurück. In den folgenden ein, drei und sechs Monaten kletterten die Papiere um 3,6, 4,6 und 5,1 Prozent und entwickelten sich damit deutlich besser als der breite Aktienmarkt.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Dazu kommt eine markttechnisch gesehen leicht überverkaufte Lage im kurzfristigen Horizont. Mit minus acht Prozent notiert die Apple-Aktie recht weit unter ihrem Monatsmittelwert. Vergleichbare Werte wurden auch beim Tief Ende Januar 2014, Mitte September 2013 und im Juli 2013 ausgebildet. Anschließend zeigte der Kurs jeweils eine stramme Erholung. Zudem steht die Aktie aktuell am unteren Rand des seit Sommer 2013 bestehenden Aufwärtskanals, der letzte Test im Frühjahr 2014 verlief erfolgreich (damals stabilisierte allerdings auch noch die 200-Tage-Linie).

Schnäppchenjäger können ihr Glück auf einen Rebound versuchen, sollten aber eng absichern. Panik ist nicht angebracht. Die nächsten horizontalen Haltemarken liegen bei 105 und 95 Dollar, hier bietet sich ebenfalls ein Einstieg an. Vorgelagert könnte es bereits bei 108 Dollar zu einer Stabilisierung kommen, auf diesem Niveau hätte die Aktie erst 23 Prozent der gesamten Aufwärtsbewegung korrigiert. Zur Erinnerung: Auf Basis der Fibonacci-Technik wäre der bullische Impuls sogar erst ab Kursen unter 86 Dollar sehr wahrscheinlich beendet.

Mit der Apple-Aktie aber vor allem auch möglichen Turnaroundkandidaten wie Aixtron, RWE, LPKF & Co. haben wir uns im gestrigen Webinar beschäftigt – um die Aufzeichnung zu sehen einfach auf das Bild klicken:

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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