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Analysten sehen noch viel Potenzial

Bei den Umsatzspitzenreitern im DAX landet die Allianz-Aktie oft auf dem Siegertreppchen. Der Versicherungskonzern zählt aber nicht nur zu den beliebtesten Werten aus der ersten Börsenliga, auch der Einfluss auf den DAX ist nicht zu unterschätzen.

Quelle: Allianz

Quelle: Allianz

 

Nach Bayer, BASF, Siemens und SAP bringen die Münchner die höchste Marktkapitalisierung auf die Waage. Die Indexgewichtung liegt bei 7,6 Prozent. Zwar ist die Aktie noch deutlich von ihrem Rekordhoch aus dem Jahr 2000 bei 445 Euro entfernt und auch das 2007er-Niveau von 180 Euro bleibt vorerst ein frommer Wunsch. Mit einer Performance von rund 65 Prozent seit Juni vergangenen Jahres steckt die Allianz-Aktie den DAX aber locker in die Tasche.  Inzwischen scheint sich der Wert wieder in dreistelligen Kursregionen eingenistet zu haben. Nach Meinung von Analysten ist trotz der erfreulichen Entwicklung der vergangenen Monate noch viel Platz nach oben. Seit Anfang Juni gab es fast nur Kaufempfehlungen. HSBC  bestätigte unlängst seine Empfehlung mit „Overweight“ , Kursziel 145 Euro. Ähnlich bullisch ist auch Goldman Sachs, empfiehlt die Aktie zum Kauf und sieht den fairen Wert bei 142 Euro – rund 26 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Natürlich ist aber auch die Allianz-Aktie nicht immun gegen schlechte Stimmung an den Börsen. Zuletzt wieder deutlich steigende Zinsen in den Krisenländern Südeuropas sorgten ebenso für Druck im Versicherungssektor wie auch die Ungewissheit über die Schadensbelastung infolge der jüngsten Hochwasserflut. Hier gaben die Münchner aber Entwarnung, die Netto-Belastungen liegen wohl nur auf 350 Mio. Euro, deutlich weniger als das „Jahrhunderthochwasser“  2002 mit 710 Mio. Euro. Mit Blick auf das äußerst schadenarme erste Quartal dürfte die Kostenbelastung im Budget liegen und die Jahresziele somit nicht gefährden.

 

Bestwerte zum Auftakt

Denn der Auftakt kann sich sehen lassen. Alle drei Segmente – Versicherungen, Vermögen und Vorsorge – verzeichneten auf operativer Basis Wachstum. Vor dem Hintergrund der anhaltend niedrigen Zinsen überraschte die Allianz vor allem in der Lebens- und Kranversicherungssparte mit einem Umsatz- und Gewinnanstieg. Flankiert von starken Wachstumsraten in der Vermögensverwaltung legte der Umsatz um 6,6 Prozent auf 32 Mrd. Euro zu – Rekord. Vorstandschef Micheal Diekmann blieb auf der HV dennoch auf dem Teppich und warnte sogar vor zu großer Euphorie. Auf Jahressicht wird ein operativer Gewinn im Bereich zwischen 8,7 bis 9,7 Mrd. Euro angepeilt. Im ersten Semester blieben mit 2,8 Mrd. Euro bereits 20 Prozent mehr hängen, gut möglich, dass im weiteren Jahresverlauf eine Prognoseerhöhung folgen wird. Am 2 . August werden die Zahlen für das zweite Quartal erwartet.

 

Risiken in der Bilanz

Zwischenfazit: Die Allianz ist durchaus gut aufgestellt, dennoch sollte das Management in den kommenden Monaten einige Hausaufgaben erledigen. Einen Einblick, welche Stellschrauben angepasst werden, lieferte der jüngste Investorentag. Im Schadengeschäft belastet vor allem die überdurchschnittliche Kostenquote. Die Verwaltungs- und Vertriebskosten lagen zuletzt bei 27,6 Prozent der Prämien. Bis zum kommenden Jahr sollen Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungen die Quote auf den Marktdurchschnitt von 26 Prozent drücken. In der Lebensversicherung scheint sich der Konzern hingegen sehr gut auf die Niedrigzinsphase eingestellt zu haben und rechnet wohl auch in Zukunft nicht mit einer Erholung, wie die Einführung neuer Produktvarianten zeigt. Selbst im Neugeschäft steht der
aktuellen Garantierendite von 1,75 Prozent eine Kapitalanlagerendite von 3,6 Prozent entgegen. Möglich macht dies die exzellente Kostenquote von 1,1 Prozent  (Marktdurchschnitt 2011: 2,4 Prozent) sowie die vergleichsweise hohe Aktienquote von knapp sechs Prozent, mit der die Allianz stark von der Börsenerholung profitiert. Klar ist aber auch, dass die Allianz-Aktie auch eine Wette auf eine Beruhigung in der europäischen Schuldenmisere darstellt. Denn die starke Abhängigkeit vom Bankensektor aufgrund des hohen Bestands an Bankanleihen sowie das hohe Exposure in italienischen Staatsanleihen könnte dem Indexschwergewicht kräftig zusetzen, wenn sich die Lage in den südeuropäischen Ländern erneut zuspitzen sollte.

 

KGV und Dividendenrendite unter dem Durchschnitt

Analysten gehen davon aus, dass die Allianz im laufenden Jahr ihre Ziele klar übertreffen wird. Andreas Schäfer vom Bankhaus Lampe rechnet mit einem operativen Gewinn rund 10,44 Mrd. Euro, was rund 13 Prozent über dem ausgegeben Ziel des Managements liegt. Bleibt die Ausschüttungsquote unverändert bei 40 Prozent, könnte die Dividende im kommenden Jahr sogar auf 5,50 Euro steigen. Aber auch unter etwas konservativen Annahmen ist  nach 4,50 Euro für 2012 mit fünf Euro für 2013 durchaus zu rechnen. Die Allianz-Aktie kommt somit auf eine Verzinsung von 4,45 Prozent bei einem 2014er-KGV von 8,4. Attraktive Kennzahlen, die jeweils deutlich besser ausfallen als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Abgerundet wird das Bild von guten charttechnischen Aussichten. Einen belastbaren Aufwärtstrend sucht man zwar vergeblich, die seit Frühjahr 2012 bestehende Serie von steigenden Bewegungstiefs deutet aber auf eine solide Nachfrage und eine intakte Trendbewegung. Zuletzt griffen Investoren bereits auf Höhe der 200-Tage-Linie zu und somit deutlich über den Jahrestiefs. Solange die Aktie in dreistelligen Kursregionen notiert, bleibt die Börsenampel auf Grün. Erst ein Rücksetzer unter das 61,8 Prozent Fibonacci-Niveau der laufenden Aufwärtsbewegung bei 84 Euro würde eine Neueinschätzung mit negativem Ausblick erforderlich machen. Richtung Norden gibt neben dem Jahreshoch bei 122 Euro eine obere Aufwärtstrendlinie das Tempo vor und eröffnet mit Blick auf Ende Dezember Potenzial bis rund 165 Euro.

 

Anlageideen für jeden Geschmack

Anleger, die lieber etwas defensiver agieren möchten, greifen zu einem Capped-Call  mit Cap knapp unterhalb der bereist bewährten Nachfragezone bei 100 Euro. Notiert die Aktie Mitte Dezember 2013 nicht um mehr als elf Prozent unter dem aktuellen Kurs, bringt der Schein mit der WKN BP6A0S eine Maximalrendite von 18 Prozent oder 38 Prozent p.a.  Deutlich mehr Power aber auch  mehr Risiko bieten Knock-out-Bull Papiere. Angesichts der derzeit kurzfristig etwas eingetrübten Lage an den Börsen ist ein moderater Hebel von rund fünf zu bevorzugen. Von der Commerzbank (WKN: CZ2ZLF) kommt ein endlos laufender Schein mit KO- und Basispreis bei 90,72 Euro und einem Hebel von 5,2.

 

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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