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100 Prozent bis Weihnachten sind locker drin

Während EUR/USD in keiner Börsenberichterstattung fehlen darf, lohnt es sich für Privatanaleger, auch einmal über den Tellerrand zu schauen. Viel Chance, wenig Risiko – genau diesen Mix bietet aktuell ein anderes Währungspaar.

 

Fällt das bisherige Jahreshoch im EUR/USD bei 1,37105 Dollar oder nicht? Nach der Fed-Entscheidung machte die Gemeinschaftswährung einen ordentlichen Satz nach oben, pulverisierte den Widerstand um 1,34 Dollar und behauptete sich zuletzt auch über der 1,35er-Marke. Doch jetzt scheint die Höhenluft den Euro-Bullen ein wenig zuzusetzen. Ob die weitere Reise nach oben oder unten geht, wird sicher bald entschieden. Bis dahin lohnt es sich aber, ein anderes Währungspaar aktiv zu verfolgen.  Im Chart sehen Sie den Kursverlauf des Euro gegenüber dem Schweizer Franken, kurz EUR/CHF.

Kurz zum fundamentalen Umfeld: Vor rund einer Woche beließ die Schweizer Nationalbank wie erwartet die Spanne für den Leitzins unverändert zwischen null bis 0,25 Prozent. Zugleich wurde die Wechselkursuntergrenze von 1,20 CHF bestätigt. Nach Meinung der SNB ist der Franken nach wie vor hoch bewertet. Der Mindestkurs soll auch weiterhin unter allen Umständen verteidigt werden. Die Währungshüter passten zudem die konjunkturellen Aussichten für die heimische Wirtschaft nach oben an. Bisher lag die BIP-Prognose für 2013 bei einem Zuwachs von ein bis 1,5%, nun liegt die Zielrange zwischen 1,5 bis 2%. Der Einfluss von Schweizer Konjunkturdaten auf den Wechselkurs ist im aktuellen Umfeld meist nur von kurzer Dauer. So wurden heute die schweizerischen KoF-Frühindikatoren veröffentlicht: Im September hat das Barometer den seit sechs Monaten anhaltenden Anstieg fortgesetzt und steht aktuell auf dem höchsten Stand seit November 2012. Wichtiger sind aber geopolitische Entwicklungen wie auch der sich zuspitzende Streit um die Anhebung der US-Schuldengrenze. Sollte hier eine Einigung zu lange auf sich warten lassen oder ausbleiben, dürfte der Franken als „sicherer Hafen“ gefragt sein.

 

Chartanalyse – Ausgangslage

Die ersten sechs Monate verliefen im Währungspaar vergleichsweise volatil. Der Kurs schwankte dynamisch zwischen 1,214 bis 1,25 / 1,265 CHF. Seit Anfang Juli hat die Schwankungsbreite merklich nachgelassen, die Range engte sich in den vergangenen Wochen auf den Bereich 1,227 bis 1,24 / 1,245 CHF ein. Interessant ist vor allem die Bedeutung der 200-Tage-Linie. Seit April wurde der langfristige Mittelwert bisher rund fünf Mal von den Verkäufen attackiert. Erst vor wenigen Tagen hatten die Bären Erfolg und erzeugten ein kleines Verkaufssignal. Die fallenden Hochpunkte seit Juli lieferten somit einen guten Hinweis. EUR/CHF fällt heute deutlich zurück, weil einige Stopps im Bereich 1,227 CHF ausgelöst wurden und den Abwärtsdruck verstärkten.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Chartanalyse – Prognose

Viel Porzellan ist aus charttechnischer Sicht aber nicht zerschlagen, denn eine wichtige Unterstützung beginnt unterhalb von 1,225 und reicht bis 1,22 CHF. Die Kursentwicklung im Juni kann hier als Blaupause genutzt werden. Kurzfristig könnte die Notierung intraday mehrfach bis knapp an die 1,22er-Marke fallen und bis zum Tagesschluss eine Erholung zeigen. Für den heutigen Tag deutet sich so eine Entwicklung bereits ansatzweise an. Erst wenn eine Franken-Aufwertung über 1,22 CHF hinaus erfolgt, trübt sich das Chartbild deutlicher ein. Zielbereich wäre dann die Region um das Jahrestief bei 1,213 CHF. Spätestens hier ist aber wieder mit verstärkten verbalen Interventionen durch die SNB zu rechnen. Das Risiko auf der Unterseite erscheint daher begrenzt, es sei denn, sichere Anlagealternativen wie der Schweizer Franken sind aufgrund neuer geopolitischen Unsicherheiten bzw. einer erneuten Zuspitzung der Europäischen Schuldenkrise gefragt. Kurse unterhalb von 1,20 CHF sind aber nicht zu erwarten.

Auf der Long-Seite liegt ein Zielbereich bei 1,24 CHF – hier bieten sich Teilverkäufe an. Zugleich sollte die Absicherung auf 1,2345 CHF nachgezogen werden. Mit dem Rest der Position kann auf eine weitere Erholung bis 1,2425 bzw. 1,245 CHF gesetzt werden.

Fazit: Das Währungspaar sollte nun genau verfolgt und eröffnet an schwächeren Tagen eine interessante mittelfristige Positionierung mit Ziel 1,24 CHF.

 

Anlageideen

Wer über die verschiedenen Handelsplattformen einen direkten Zugang zum Forexmarkt hat, sollte diesen nutzen. Alternativ bieten sich auch Derivate an, wobei Nachteile wie begrenzte Handelszeiten in Kauf genommen werden müssen.  Eher defensiv ist der Einstieg über einen Capped-Call mit einem Basispreis bei 1,19 CHF und einem Cap bei 1,22 CHF (WKN: DZM441). Steht das Währungspaar am Laufzeitende, dem 21. Januar 2014 auf oder über 1,22 CHF, werden drei Franken pro Schein ausbezahlt. Aktuell steht der Kurs bei 2,02 Euro, die Maximalrendite liegt somit bei rund 21% oder 63% p.a.  (bei einem Kurs von 1,22 CHF). Nach unten ist das Risiko eher begrenzt, denn die Schweizer Nationalbank bestätigte die Wechselkursuntergrenze von 1,20 CHF.

Etwas risikoreicher ist ein Inliner mit Bewertungstag 18.12.2013 (WKN: CZ9JV2). Der erlaubte Kurskorridor liegt zwischen 1,21 CHF bis 1,255 CHF – sollten diese Grenzen bis Mitte Dezember kein einziges Mal berührt werden, erzielen Anleger eine Maximalrendite von 37% oder 150% p.a. Andernfalls droht der Totalverlust. Natürlich bietet sich auch ein vorzeitiger Verkauf an.

Noch sportlicher auf einen Turnaround ausgelegt sind natürlich Knock Out Bull-Zertifikate. Vontobel bietet unter der WKN VT8EL4 einen Schein mit KO- und Basispreis bei 1,21 CHF, der Hebel liegt bei 84, die Laufzeit endet kurz vor Weihnachten am 20.12.2013. Sollte das Währungspaar wieder bis in die Region 1,24 CHF steigen, wird sich der KO-Bull auf rund 2,3 Euro verteuern – aktueller Kurs 1,18 Euro.

Posted in: Devisen

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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